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Samstag, 25.03.2017
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Frühmenschen: Feuchtes Klima machte Weg frei nach Asien

Regenreiche Zeitperioden ermöglichten das Überwinden der südarabischen Wüste vor 125.000 Jahren

Drei Phasen feuchteren Klimas könnten unseren Vorfahren den Weg aus Afrika nach Asien erleichtert haben. Die Klimaschwankungen machten den Süden der Arabischen Halbinsel vorübergehend fruchtbar und schufen so lebensfreundliche Bedingungen für die Wanderungen des Menschen. Das berichtet eine internationale Forschergruppe im Fachmagazin „Geology“. Der frühe Homo sapiens könnte demnach Afrika schon vor rund 125.000 Jahren über diese Route verlassen haben. Erst vor etwa 75.000 Jahren habe dann die Wüste den Durchzug durch Südarabien langfristig versperrt.
Homo sapiens Schädel

Homo sapiens Schädel

„Bisher gab es keine eindeutigen Beweise dafür, ob und wann das Klima es dem frühen Homo sapiens ermöglichte, die südliche Route nach Asien zu nehmen“, schreiben Thomas Rosenberg von der Universität Bern und seine Kollegen. Da diese Route durch das arabische Wüstengebiet führt, war ein Klima mit ausreichend Wasser dabei überlebensnotwendig für die Wanderung unserer Vorfahren.

Für ihre Studie hatten die Forscher Bodenproben aus zwei Orten in der Wüste Arabiens analysiert und datiert. Dabei stießen sie auf insgesamt vier Zeitphasen, in denen die Ablagerungen aus urzeitlichem Seegrund bestanden. Drei davon liegen 125.000 bis 80.000 Jahre zurück und damit in dem Zeitraum, in dem unsere Vorfahren wahrscheinlich Afrika verließen.

Südarabien geeigneter Lebensraum für Homo sapiens


„Zu diesen Zeiten lieferte die sommerliche Regenzeit ausreichend Wasser, um Seen bilden zu können“, sagen die Wissenschaftler. Südarabien sei damals ein geeigneter Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen und auch für den frühen Homo sapiens gewesen. Er könnte daher vor 125.000 Jahren zum ersten Mal und danach noch mehrfach diese Route genutzt haben.


Dieses Ergebnis bestätigt auch Fossilienfunde vom Januar 2011. Damals hatten Archäologen 125.000 Jahre alte Relikte des modernen Menschen in Jebel Faya in den Vereinigten Arabischen Emiraten entdeckt. Sie wurden als erste Indizien dafür gewertet, dass unsere Vorfahren auch über die Südroute nach Asien gewandert sein könnten. Die jetzige Studie belegt nun, dass das Klima zu dieser Zeit tatsächlich feucht genug war, um den Süden der Arabischen Halbinsel fruchtbar und lebensfreundlich zu machen.

Seerelikte mitten in der lebensfeindlichen Wüste


Die Probenorte Mundafan und Khujaymah liegen heute mitten in der lebensfeindlichen Rub'al Khali, der Wüste des „leeren Viertels“ auf der Arabischen Halbinsel. Doch mindestens vier Mal in den letzten 125.000 Jahren gab es dort zwei große, flache Süßwasserseen, wie die Forscher berichten.

Von den feuchten Klimaphasen zeugen neben der geologischen Zusammensetzung der Ablagerungen auch Reste von zahlreichen Lebewesen, die einst diese Seen bevölkerten. Dazu gehören vor allem kleine Krebsarten, darunter einige, die nur in ganzjährig feuchten Seen existieren. „Sie deuten auf dauerhaftes, aber flaches Wasser hin“, schreiben die Wissenschaftler. Auch Fossilien von pflanzenfressenden Wirbeltieren habe man an den einstigen Seen gefunden. Sie seien ein weitere Indikator dafür, dass Südarabien damals lebensfreundlich gewesen sei. (Geology, 2011; doi:10.1130/G32281.1.)
(Geology / dapd, 16.11.2011 - NPO)
 
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