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Mittwoch, 24.05.2017
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Klimawandel: Aufschub ist möglich

Heutige Technologien könnten Erwärmung um 50 Jahre hinauszögern

Mithilfe von bereits existierenden Technologien könnte die Eskalation der globalen Erwärmung für 50 Jahre verhindert werden. Dies hat eine Analyse von Wissenschaftlern der amerikanischen Princeton Universität ergeben. Mit dem Einsatz dieser Maßnahmen könnte zudem sofort begonnen werden, schreiben sie in einer Veröffentlichung im Magazin Science.
Treibhausgasemissionen

Treibhausgasemissionen

Die Wissenschaftler identifizierten 15 Technologien, von Wind-, Solar- und Kernenergie angefangen bis zu CO2-Sequestrierungstechnologien, die reif sind für die großtechnische Nutzung und zeigten, dass jede von ihnen einen erheblichen Teil des Problems lösen könnte. Die Analyse von Stephen Pacala und Robert Socolow deutet darauf hin, dass viele Kombinationen dieser 15 Technologien einen weiteren anstieg der Treibhausgase in den nächsten fünf Dekaden verhindern könnten.

Keine neue Technologie nötig


Die Ergebnisse widerlegen ein verbreitetes Argument, dass erst eine neue Technologie entwickelt werden muss, bevor die Treibhausgase kontrolliert werden können. „Es torpediert auf jeden Fall die Idee, dass wir erst noch eine lange Zeit Forschen müssen bevor der Klimaschutz losgehen kann“, erklärt Pacala, Professor für Biologie an der Princeton Universität. „Wenn wir uns entscheiden zu handeln müssen wir die Kohlendioxidemissionen in der gesamten Weltwirtschaft reduzieren“, ergänzt Socolow, Professor für Mechanik und Luftfahrt. „Glücklicherweise haben wir die Werkzeuge um dies zu tun, vor allem, wenn wir in 50-Jahres Schritten denken und nicht nach Sofortlösungen suchen.“

Obwohl die aktuelle Studie nicht die Kosten berücksichtigt, die für den Ausbau der 15 Technologien anfallen, zeigen die Autoren, dass ihr Einsatz höchstwahrscheinlich auch wirtschaftliche Vorteile bringen würde, darunter das Entstehen neuer Industriezweige, den Abbau der Abhängigkeit von Ölimporten und die Verringerung von Kosten für andere Emissionskontrollmaßnahmen.


Weniger Kohlendioxidemissionen


Die Studie fokussiert auf den Hauptakteur des Treibhauseffekts, das Kohlendioxid, das bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas oder Kohle entsteht. Zur Zeit gelangen rund sieben Milliarden Tonnen Kohlenstoff mit dem CO2 in die Atmosphäre, heutigen Prognosen gehen jedoch davon aus, dass sich diese Menge im Laufe der nächsten 50 Jahre auf mindestens 1,4 Milliarden Tonnen verdoppeln wird.

Pacala und Socolow zeigen, wie jede der 15 Technologien rund eine Milliarde Tonnen Kohlenstoffemissionen bis zum Jahr 2054 verhindern könnten. Zu diesen Maßnahmen gehört unter anderem die Sequestrierung des Kohlendioxids und dessen Lagerung in unterirdischen Reservoirs, andere beeinhalten den Ausbau von Energiesparmaßnahmen. Auch die erneuerbaren Energien, darunter Sonne und Wind, könnten nach Ansicht der Wissenschaftler erheblich schneller und stärker ausgebaut werden als bislang der Fall. Gleichzeitig könnten Umstellungen in der Land- und Forstwirtschaft ebenfalls die Emissionen von CO2 senken.

Alternative Energiequellen gebraucht


Könnte es gelingen, mit diesen Maßnahmen die Kohlendioxidemissionen 50 Jahre lang auf dem heutigen Stand „einzufrieren“, könnte sich der CO2-Gehalt in der Atmosphäre bei rund 500 ppm (parts per million) stabilisieren. Wird aber nichts unternommen, sagen Forscher eine Verdreifachung des heutigen Stands von rund 375 ppm voraus.

Die beiden Forscher mahnen jedoch an, dass die Wissenschaft dennoch weiter nach alternativen Energiequellen suchen muss, da spätestens in 50 Jahren neue Maßnahmen nötig sein werden. Zu dieser Zeit werden einige der 15 jetzt benannten Technologien ihr volles Potenzial erreicht haben und nicht mehr ausbaufähig genug sein, um der wachsenden Energienachfrage nachzukommen.

„Wir werden dafür Geld ausgeben müssen“, erklärt Socolow. „aber das Angehen der globalen Kohlendioxidproblematik wird der Wirtschaft einen enormen Impuls geben und die Entwicklung von dringen benötigten internationalen Institutionen fördern, während es gleichzeitig die schlimmsten Umweltauswirkungen vermeidet.“
(Princeton University, 17.08.2004 - NPO)
 
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