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Montag, 25.09.2017
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Neue BINE-Broschüre stellt Verfahren zur Nutzung von Erdwärme vor

Kalte Schale, heißer Kern

{1l}Der Kern unserer Erde besteht aus flüssigem Eisen und mit einer Temperatur von über 5.000 Grad Celsius ist er fast so heiß, wie die Oberfläche der Sonne. Vom Kern Richtung Oberfläche nimmt die Temperatur allerdings ab, auf den letzten Kilometern etwa drei Grad pro 100 Meter. Bei 7.000 Metern herrschen aber noch immer 200 Grad. Insgesamt strahlt die Erde täglich viermal so viel Energie ab, wie der Mensch am Tag verbraucht. Erdwärme, auch Geothermie genannt ist also eine schier unerschöpfliche Energiequelle – und obendrein sauber und billig. Genau darum geht es in der neuen Broschüre „Basis-Info Energie: Geothermie“. In ihr stellt der von der Bundesregierung geförderte Informationsdienst BINE die drei bekanntesten Verfahren zur Nutzung von Erdwärme vor. {b}Bis 150 Meter {/b} In geringen Tiefen kommen Wärmepumpen oder Erdsonden zum Einsatz. Besonders Wärmepumpen werden immer häufiger genutzt, um Privathaushalte warm zu halten. Das Prinzip ist einfach: Wasser, das in Schläuchen durchs Erdreich gepumpt wird, nimmt Wärme aus dem Boden auf. Die Temperatur des Wassers steigt zwar nicht dramatisch, die gewonnene Energie reicht aber zum Heizen. Da die Schläuche nur 1,2 bis 1,6 Metern tief in der Erde liegen, kostet es relativ wenig, dieses System einzubauen. Dafür nimmt es umso mehr Fläche in Anspruch. Anders bei Erdsonden. Sie pumpen Wasser bis zu 150 Meter tief in die Erde – dort heizt das Gestein das Wasser wesentlich stärker auf. Die einzelne Bohrung verschont den Garten, ist aber wesentlich teurer. {b}Bis 2.500 Meter {/b} {2r}Noch tiefer geht es beim hydrothermalen Verfahren. Etwa 1.000 – 2.500 Meter unter unseren Füßen zapfen Geologen heiße Tiefenwässer an, um es an der Oberfläche zum Heizen zu nutzen. Nachdem das Wasser seine Wärme abgegeben hat, wird es zurück in die ursprüngliche Gesteinsschicht gepresst. Klingt futuristisch, ist in einigen Städten aber bereits Wirklichkeit. Eine Heizzentrale in Neustadt-Glewe in Mecklenburg-Vorpommern versorgt auf diese Weise 1.760 Häuser, 21 Gewerbebetriebe und ein Lederwerk. {b}Bis 5.000 Meter {/b} An geothermisch günstigen Standorten, zum Beispiel im elsässischen Oberrheingraben, wenden Ingenieure das Hot-Dry-Rock Verfahren an. Dabei wagen sie Bohrungen bis zu 5.000 Meter in die Erde. Dort pressen sie Wasser von der Oberfläche in so genannte kristalline Gesteinsschichten – mit einem Druck von bis zu 150 bar. Dadurch weiten sich vorhandene Risse im Gestein, und die Fläche, über die das Wasser Wärme aufnehmen kann, vergrößert sich. Eine zweite Bohrung fördert das bis zu 280 Grad heiße Wasser zurück ans Tageslicht. Im Gegensatz zu den anderen Verfahren, die vorrangig Wärme produzieren, erzeugt dieses Verfahren überwiegend Strom. {3l}Mit seiner Broschüre „Geothermie“ leistet BINE einen weiteren Beitrag dazu, Informationen und Wissen aus der Energieforschung in die Praxis zu übertragen. Andere Info-Blätter zum Thema Energie befassen sich zum Beispiel mit Biomasse, Photovoltaik oder solarer Energie. Die Broschüren sind verständlich geschrieben und enthalten zahlreiche Grafiken. Sie richten sich besonders an Schulen. Neben Informationen zum jeweiligen Thema bieten sie außerdem weiterführende Adressen und ergänzende Literaturhinweise. Sie können „Geothermie“ und alle weiteren Broschüren auf www.bine.info
herunterladen oder kostenlos unter 0228 - 923 79 0 bestellen.
(BINE, 17.08.2004 - Tobias Mattfeldt und Kirsten Achenbach - DFG-Forschungszentrum Ozeanränder)
 
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