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Freitag, 20.01.2017
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Mond: Scharfer Blick auf Apollo-Landeplätze

Lunar Reconnaissance Orbiter überfliegt lunare Oberfläche so niedrig wie nie zuvor

Neue Bilder der Mondsonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) zeigen die Landplätze der Apollo-Mondmissionen so hochaufgelöst wie nie zuvor. Für diese Aufnahmen ließ die US-Raumfahrtbehörde NASA die Mondsonde bis auf nur 21 Kilometer Höhe hinabsinken - sie kam der Mondoberfläche damit so nah wie nie zuvor. Die dabei erstellten Aufnahmen zeigten die Oberfläche des Erdtrabanten und die Spuren der ersten Menschen auf dem Mond in einer bisher unerreichten Genauigkeit, berichten NASA-Vertreter auf einer Pressekonferenz.
Mondlandung

Mondlandung

Am Landeplatz der Apollo 17 lassen sich in den Aufnahmen deutlich die zurückgelassenen Landemodule, sowie Reifenspuren des Mondfahrzeugs erkennen. Auch die sich windenden Fußspuren der Astronauten auf ihren Erkundungsgängen seien gut sichtbar, berichten die NASA-Wissenschaftler. „Wir können nun die Schritte der Astronauten mit größerer Klarheit verfolgen, um zu sehen, wo sie Proben des Mondgesteins entnahmen“, sagt Noah Petro vom Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, Projektwissenschaftler am Auswertungsteam der Raumsonde.

Gegenüber früheren Aufnahmen dieser Landestellen aus dem Jahr 2009 könne man auch besser erkennen, wo die Astronauten damals die wissenschaftlichen Instrumente deponiert hatten. Die größte Bedeutung habe aber, dass man nun zahlreiche Orte auf der Mondoberfläche in nie zuvor erreichter Auflösung erkunden könne, sagen die Forscher. Wichtig sei dies unter anderem für die Auswahl von Landeplätzen für zukünftige unbemannte Mondmissionen.

Fußspuren der Astronauten

Fußspuren der Astronauten

Mondsonde schwenkte in stark elliptische Umlaufbahn


Die bisher genauesten Aufnahmen der Mondoberfläche wurden möglich, weil die Flughöhe der Mondsonde LRO von normalerweise 50 auf streckenweise nur noch 21 bis 25 Kilometer abgesenkt wurde. „Dafür haben wir den Orbit der Sonde elliptischer gemacht, so dass der niedrigste Teil dieser Ellipse auf der von der Sonne beschienenen Seite des Mondes liegt“, erklärt Projektforscher John Keller vom Goddard Space Flight Center. Das habe die Sonde in perfekte Position gebracht, um die neuen Aufnahme der Apollo-Landeplätze zu erstellen.


Insgesamt 28 Tage blieb die NASA-Sonde in dieser eiförmigen Umlaufbahn - ausreichend lange, um nahezu die gesamte Oberfläche des Erdtrabanten aus dieser nahen Entfernung abzulichten, wie die Forscher berichten. Die Auflösung der insgesamt mehr als 1.500 erstellten Bilder liege dabei bei etwa 25 bis 50 Zentimeter pro Pixel. Sie würden jetzt im Laufe der nächsten Zeit ausgewertet, sagen die Wissenschaftler. „Die neuen, aus niedriger Höhe erstellten Aufnahmen schärfen nun unseren Blick der Mondoberfläche“, sagt Mark Robinson von der Arizona State University, Leiter des Kamerateams der Mondsonde.

Landeplatz der Apollo 12 Mission

Landeplatz der Apollo 12 Mission

Fußspuren und leuchtende Kabel


Auf den bereits ausgewerteten neuen Aufnahmen des Landeplatzes von Apollo 12 ist deutlich ein helle, L-förmige Struktur zu sehen. Sie zeigt, wo zwei Kabel die zentrale Messstation „ALSEP“ mit zwei weiter entfernten Instrumenten verbinden. Die Messgeräte wurden von den Astronauten Pete Conrad und Alan Bean im November 1969 dort hinterlassen, um das Magnetfeld des Mondes und die Menge geladener Teilchen nahe der Mondoberfläche zu messen. Die Fußspuren der beiden Astronauten sind klar als dunkle Linien erkennbar. Die Kabel erscheinen als helle Linien, da ihr Material die niedrig stehende Sonne stark reflektiert.

Am Landeplatz von Apollo 14 seien neben dem Instrumentenpaket auch Details des Landemoduls „Antares“ in den Aufnahmen erkennbar, sagen die Forscher. Die Landemodule blieben bei allen Apollo-Missionen auf dem Mond zurück, die Astronauten nutzten ein auf dem Landemodul aufgesetztes Rückkehr-Modul, um zur im Orbit kreisenden Mondfähre zurückzukehren.
(NASA / dapd, 08.09.2011 - NPO)
 
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