• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Freitag, 26.05.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Künstliche Haut dank Spinnenseide

Spinnenfäden eignen sich als Zuchtunterlage für Hautgewebe

Spinnenseide könnte der Schlüssel zum erfolgreichen Züchten von künstlicher Haut sein – und chronische Wunden und Verbrennungen heilen. Das zeigen jetzt Experimente einer Forscherin an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Sie nutzte Spinnenseide-Gewebe als Basis, um darauf künstliche Haut zu züchten. Wie sie im Fachmagazin "PLoS ONE" berichten, sei dabei aus den Zellen eine zweischichtige Haut entstanden.
Hanna Wendt hält einen Rahmen hält, auf dem sie Seide der Goldenen Radnetzspinne aufgespult hat.

Hanna Wendt hält einen Rahmen hält, auf dem sie Seide der Goldenen Radnetzspinne aufgespult hat.

„Spinnenseide ist den Aufgaben der Haut bestens gewachsen: Sie ist sehr stark, trotzdem dehnbar und wird vom menschlichen Körper toleriert. Somit kann sie mehr leisten als andere Materialien, die bisher zur Züchtung künstlicher Haut untersucht worden sind“, sagt Hanna Wendt, die die Versuche im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der Medizinischen Hochschule Hannover durchführte. Forscherinnen dieser Klinik hatten zuvor bereits herausgefunden, dass diese Seide bei der Regeneration von Nerven hilft und sich als Nahtmaterial eignet.

Spinnseide-Gewebe durch "Melken" von Radnetzspinnen erzeugt


Für ihre Studie untersuchte die Forscherin Spinnenseide, die von der Art „Goldene Radnetzspinne“ aus Tansania produziert wird. Um die Tiere „melken“ zu können, nutzen die Wissenschaftlerinnen den Haltefaden der Spinnen, dessen Produktion die Tiere nicht kontrollieren können. Dadurch konnten sie den von den Tieren produzierten Seidenfaden durch leichtes Ziehen auf einen Edelstahlrahmen von einem Quadratzentimeter Größe aufspulen. In zehn bis 15 Minuten Melkzeit pro Spinne gewannen die Forscherinnen einen Strang von bis zu 400 Meter Länge. Durch Drehen des Rahmens ließen sich daraus Flächen aus kleinen Spinnenseide-Maschen erzeugen.

Hanna Wendt trug dan Hautzellen auf diese Maschen auf und versorgte sie mit Nährstoffen, Wärme und Luft. Es zeigte sich, dass dies Zellen zu zwei übereinanderliegenden gewebeähnlichen Hautschichten heranwuchsen: Keratinozyten bildeten eine Epidermis, die äußerste Hautschicht, Fibroblasten die darunterliegende Dermis. Im Tierversuch müsste sich nun zeigen, wie gut dieser Ersatz anwächst. Um Spinnenseide in der Klinik einsetzen zu können, müsste sie allerdigns später synthetisch hergestellt werden, damit sie in ausreichendem Maße vorhanden ist.
(Medizinische Hochschule Hannover (MHH), 31.08.2011 - NPO)
 
Printer IconShare Icon