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Samstag, 19.08.2017
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Soja unwirksam gegen Wechseljahresbeschwerden

Umfassende Placebo-Studie der US-Gesundheitsbehörden belegt Wirkungslosigkeit

Sojapräparate gelten als sanfte und gesunde Alternative zur Hormontherapie bei Wechseljahresbeschwerden. Doch die typischerweise verabreichten Sojatabletten helfen nicht, wie amerikanischer Forscher jetzt in einer Studie an knapp 250 Frauen zwischen 45 und 60 Jahren belegen. In der über fünf Jahre laufenden Untersuchung ließ sich kein Unterschied finden zwischen Frauen, die täglich ein Placebo erhielten und denen, die eine Sojatablette einnahmen.
Sojabohnen enthalten Isoflavone, die in ihrer chemischen Struktur dem Östrogen ähneln.

Sojabohnen enthalten Isoflavone, die in ihrer chemischen Struktur dem Östrogen ähneln.

Die früher häufig zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden und zur Vorbeugung gegen Osteoporose veschriebenen Hormonpräparate haben sich in mehreren großen Studien als krebsfördernd erwiesen. Sojaprodukte gelten daher vielfach als gesündere Alternative. Sojabohnen enthalten Substanzen, die in ihrer chemischen Struktur den weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ähneln. Diese Isoflavone werden daher vor allem in der Alternativmedizin gerne als pflanzliche Alternative zu einer Östrogentherapie gegen Wechseljahresbeschwerden oder Osteoporose empfohlen. Eine sojareiche Kost soll auch der Grund dafür sein, dass asiatische Frauen nur selten unter menopausalen Problemen leiden.

Die Wirksamkeit der Isoflavone ist jedoch stark umstritten. In Deutschland sind Sojapräparate daher nur als Nahrungsergänzungsmittel, nicht als Arzneimittel zugelassen. Bisherige Studien brachten widersprüchliche Ergebnisse, genügten aber auch nicht immer den Kriterien objektiver Forschung. Unter anderem deshalb gaben die US-National Institutes of Health die jetzt veröffentlichte Untersuchung in Auftrag.

Umfassendste Studie ihrer Art


Die Wissenschaftler um Silvina Levis von der University of Miami führten ihre Studie an 248 zufällig ausgewählten Versuchsteilnehmerinnen durch. Diese erhielten von Juli 2004 bis März 2009 täglich eine Tablette mit entweder 200 Milligramm Isoflavon aus Soja oder ein wirkungsloses Placebo. Weder Probandin noch verabreichende Mediziner wussten, welcher Gruppe sie angehörten. Die Dosis war so gewählt, dass sie zweifach höher lag als die maximal von asiatischen Frauen über ihre Ernährung aufgenommene. Die Auswertungen umfassten regelmäßige Knochendichtemessungen und Befragungen der Probandinnen.


"Die jetzige Studie war so angelegt, dass sie die Limitierungen vieler vorhergehender Untersuchungen zu Sojaprodukten überwindet, darunter schlechtes Studiendesign, eine zu kleine Probandinnengruppe und zu kurze Dauer", kommentiert Deborah Grady von der University of California in San Francisco.

Wirkung nicht besser als Placebo


Das Ergebnis der Studie war allerdings eindeutig: Das sojapräparat wirkte nicht besser als das Placebo. "In den ersten fünf Jahren der Menopause verhindern Soja-Isoflavon-Tabletten weder die Abnahme der Knochendichte noch die typischen Wechseljahressymptome", berichten die Forscher im Fachmagazin "Archives of Internal Medicine". Die Frauen litten in beiden Gruppen gleichermaßen unter Schlafstörungen, trockener Scheidenschleimhaut, Stimmungsschwankungen und Schweißausbrüchen.

Einzig bei den Hitzewallungen beobachteten die Wissenschaftler eine leicht lindernde Wirkung des Sojapräparats. Diese sei allerdings nicht statistisch signifikant gewesen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Einnahme von Sojatabletten auch keine geeignete Alternative sei, sagen die Forscher. (Arch Intern Med. 2011;171[15]:1363-1369)
(NIH, 10.08.2011 - NPO)
 
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