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Dienstag, 17.01.2017
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Möwen "erschnüffeln" ihren Partner

Körpergeruch liefert Informationen zum genetischen Aufbau einzelner Vögel

Männliche und weibliche Dreizehenmöwen besitzen einen unterschiedlichen Körpergeruch. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie französischer Wissenschaftler. Ihre Ergebnisse weisen zudem darauf hin, dass der Körpergeruch der Tiere wahrscheinlich auch Informationen zum genetischen Aufbau einzelner Vögel gibt. Bei der Partnerwahl könnte dieser Geruch bei der Bewertung der genetischen Eignung eine Rolle spielen, berichten die Forscher im Fachjournal „Naturwissenschaften – The Science of Nature“ von Springer.
Dreizehenmöwe

Dreizehenmöwe

Vögel schützen ihre Federn, indem sie sie mit den Sekreten der Bürzeldrüse putzen. Diese Sekrete enthalten auch Duftstoffe. Je nach Gattung, Jahreszeit bzw. Geschlecht des Vogels unterscheiden sich die Duftstoffe der Bürzeldrüsensekrete erheblich. Sarah Leclaire und ihre Kollegen vom Centre national de la recherche scientifique an der Université Paul Sabatier in Frankreich untersuchten nun den Körpergeruch von Bürzeldrüsensekreten und geputzen Federn einer Dreizehenmöwenpopulation, die im Golf von Alaska nistet.

Proben von Bürzeldrüsenöl und geputzten Federn untersucht


Die Forscher sammelten Proben von 21 weiblicher und 20 männlicher Vögel, um zu untersuchen, ob der Körperduft der Tiere individuelle bzw. geschlechtsspezifische Merkmale besitzt, die zuverlässige Informationen zum jeweiligen genetischen Aufbau des Vogels geben. Die Dreizehenmöwen wählen bei der Paarung Partner, die sich genetisch von ihnen unterscheiden. Die Signale allerdings, anhand derer die Vögel diese genetischen Eigenschaften bewerten, sind unbekannt.

68 Duftkomponenten entdeckt


In den Proben des Bürzeldrüsenöls und den geputzten Federn fanden die Forscher insgesamt 68 Duftkomponenten. Des Weiteren stellten sie Unterschiede bei der Duftkomponentenmenge bei männlichen und weiblichen Vögeln fest, was darauf hinweist, dass der Geruch eines der verschiedenen Signale ist, das Vögel verwenden, um zwischen den Geschlechtern zu unterscheiden. Die Wissenschaftler wiesen auch unterschiedliche Merkmale im Bürzeldrüsenöl und in den geputzten Federn nach und fanden damit den Beweis für individualspezifische Sekrete.

Leclaire und ihre Kollegen kommen zu der Schlussfolgerung: „Unsere Studie zeigt die Existenz zweier Duftsignaturen bei Dreizehenmöwen: Eine geschlechtsspezifische und eine individuelle Signatur. Diese Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass der Körpergeruch als Signal zur Erkennung und bei der Partnerwahl dient. Möglicherweise nutzen Dreizehenmöwen den Körpergeruch, um die genetische Eignung eines potenziellen Partners zu bewerten.“ (Naturwissenschaften – The Science of Nature, 2011; DOI 10.1007/s00114-011-0809-9)
(Naturwissenschaften – The Science of Nature / Springer, 08.07.2011 - DLO)
 
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