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Samstag, 27.05.2017
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Kampf dem Kribbeln

Erklärung des Phänomens der Elektrosensibilität gesucht

Elektrosensibilität ist ein noch immer ungelöstes medizinisches Problem. Betroffene Menschen schreiben die Symptome wie Kribbelgefühle, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und anderes dem Einfluss elektrischer und magnetischer Felder in ihrem Umfeld zu. Nach wie vor existiert jedoch kein verlässlicher medizinischer oder biologischer Indikator, mit dem sich die Existenz dieser subjektiv erlebten Befindlichkeitsstörung beweisen ließe. Wegen der Erfolglosigkeit bisheriger Ansätze haben jetzt Forscher der Universität Witten/Herdecke nach einem neuen Verfahren gesucht.
Die Wissenschaftler nahmen dafür die Mikrozirkulation der Haut unter die Lupe. Mit einem Infrarotlaser registrierten sie die Feinströme der roten Blutkörperchen in den Lederhautkapillaren des Daumens, einmal unter dem Einfluss eines zirkulär polarisierten magnetischen Wechselfeldes und einmal ohne dieses. Die dabei gewählte magnetische Flussdichte von 96 Mikrotesla lag knapp unter dem in Deutschland gültigen gesetzlichen Grenzwert von 100 Mikrotesla bei der Frequenz 50 Hertz. Der beschriebene Test wurde bei gesunden Versuchspersonen durchgeführt sowie bei Personen, die davon überzeugt waren, unter Elektrosensibilität zu leiden. Anschließend wurden die Messergebnisse verglichen. Das Ergebnis: Auch bei dieser Versuchsanordnung zeigte sich weder mit noch ohne Einfluss des Magnetfeldes ein Unterschied in der Mikrozirkulation zwischen den subjektiv elektrosensiblen Menschen und den gesunden Kontrollpersonen.

Trotz dieses zunächst negativen Befundes ist Dr. Jörg Reißenweber nicht enttäuscht: "Die Bedeutung dieses Ergebnisses ist im Hinblick auf die gegenwärtige gesellschaftspolitische Diskussion zur Technikfolgenabschätzung nicht unerheblich, denn ein weiterer Mosaikstein zur Erforschung des Phänomens der Elektrosensibilität wurde damit hinzugefügt. Wir sehen diese Ergebnisse als Ansporn, auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu machen." In Zusammenarbeit mit der WHO plant das Team des Zentrums für Elektropathologie nun neue Forschungsanstrengungen, um einer Klärung des Phänomens einer subjektiv empfundenen Elektrosensibilität zumindest näher zu kommen.
(Private Universität Witten/Herdecke, 11.08.2004 - NPO)
 
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