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Montag, 23.01.2017
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Acht Prozent der Europäer nehmen Antidepressiva

Portugiesen Spitzenreiter, Deutschland unter dem Durchschnitt

Arbeitslosigkeit, Finanzkrise, Eurokrise – kein Wunder, dass Existenzängste, aber auch private Probleme viele Menschen in eine Depression stürzen. Wie viele Europäer ihre Stimmung mit Medikamenten aufzuhellen versuchen, hat jetzt eine Studie an 30.000 Menschen erforscht. Das Ergebnis: Immerhin acht Prozent der Europäer nehmen Antidepressiva. Am häufigsten greifen dabei die Portugiesen zum Medikament, am seltensten die Griechen. Deutschland liegt mir fünf Prozent unter dem EU-Durchschnitt.
Tabletten

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Etwa vier Millionen Deutsche leiden nach Einschätzungen des Bundesgesundheitsministeriums in Deutschland an einer Depression, noch weitaus mehr an vorübergehenden depressiven Verstimmungen. Wie viele der Betroffenen Medikamente dagegen nehmen, war bisher weitestgehend unbekannt. Jetzt haben Forscher des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in einer Studie 30.000 Europäer in 27 Ländern zur Einnahme solcher Mittel befragt. Zu den Antidepressiva gehören sowohl Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer wie Fluoxetin oder Paroxetin, als auch so genannte trizyklische Antidepressiva wie Imipramin oder Amitryptilin.

Deutschland unter EU-Durchschnitt


Die Ergebnisse: Rund acht Prozent aller Europäer nahmen im vergangenen Jahr Medikamente gegen Depressionen. Besonders stark betroffen ist die Altersgruppe von 45 bis 54 Jahren, hier liegen die Zahlen noch höher als im Gesamtdurchschnitt. Der britische Ökonom Andrew Oswald, Mitautor der Studie, hält diesen Befund für alarmierend: „Gemessen an Wohlstand und Sicherheit ging es den Europäern nie besser als heute. Dass trotzdem so viele Menschen mit Chemie nachhelfen müssen, um glücklich zu sein, sollte uns zu denken geben."

Im Ländervergleich greifen am häufigsten die Portugiesen zu Antidepressiva mit 16 Prozent der Befragten, am seltensten die Griechen mit nur drei Prozent. In Deutschland liegt der Verbrauch mit fünf Prozent überraschenderweise noch unter dem EU-Durchschnitt, obwohl die Deutschen bei der Lebenszufriedenheit im unteren Mittelfeld rangieren.


Was für alle Staaten gleichermaßen zutrifft: Im mittleren Alter leiden die Menschen besonders häufig unter Depressionen. Das deckt sich mit Studien zur Lebenszufriedenheit, die bei Endvierzigern am geringsten ist. „Warum es zu diesem Knick kommt, ist wissenschaftlich noch nicht belegt", sagt Oswald. Zu den nachweisbaren Risikofaktoren für psychische Erkrankungen zählen Scheidung und Arbeitslosigkeit.
(Institut zur Zukunft der Arbeit, 22.06.2011 - NPO)
 
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