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Donnerstag, 24.05.2012
Verkehr: Unter 30-Jährige fahren weniger Auto
Autonutzung geringer als bei Generation der über 60-Jährigen
Der Trend geht weg vom Auto, zumindest bei jüngeren Leuten: Das zeigt eine Befragung im Rahmen des Deutschen Mobilitätspanel im Auftrag des Verkehrsministeriums: Demnach nutzt die Generation der unter 30-Jährigen das Auto heute weniger als die Generationen vor ihnen und macht oft später ihren Führerschein. Möglicherweise spielt dafür auch das Internet und die virtuellen Möglichkeiten der Kommunikation und des Konsums eine Rolle.

Der Autoverkehr prägt noch die Mobilität.
Der Autoverkehr prägt noch die Mobilität.
© KIT / photocase Der Autoverkehr prägt noch die Mobilität.
Schnell mit dem Auto zum Einkaufen? Oder lieber mit der Straßenbahn und ohne Parkplatzsuche in die Stadt? Vielleicht eine gemütliche Spazierfahrt mit dem Rad? Jedes Verkehrsmittel bietet seine Vor- und Nachteile im Alltag. Um dem Verhalten der Verkehrsteilnehmenden im Detail auf die Spur zu kommen, befragen Forscher vom Institut für Verkehrswesen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) im Auftrag des Verkehrsministeriums jedes Jahr im Deutschen Mobilitätspanel rund 1.500 Personen aus dem ganzen Bundesgebiet nach ihren zurückgelegten Wegen. Sie erforschen somit wichtige Trends für die Planungen von Bund, Kommunen und Industrie.

Junge Leute nutzen Auto weniger
„Unsere Langzeit-Studie zeigt, dass die Generation der unter 30-Jährigen das Auto heute weniger nutzt
als früher“, erklärt KIT-Forscher Martin Kagerbauer. „Während die über 60-Jährigen ihre intensive Autonutzung zunehmend auch in die eigentlich ruhige Lebensphase übernehmen“. Vor allem in Städten mit gutem öffentlichem Nahverkehr setzen die jungen Menschen auf den Mix aus Fahrrad, Bus und Bahn sowie Auto, der ihre Bedürfnisse am besten abdeckt. „Es sieht so aus, als ob diese Generation später den Führerschein macht und auch später ein Auto kauft“, so Kagerbauer. „Ob das ideologische oder wirtschaftliche Gründe hat, haben wir jedoch nicht abgefragt“.

Die Veränderung der Gesellschaft durch das Internet und die höhere Lebenserwartung schlagen auch auf die Daten der Verkehrsforscher durch. So stagniert die Verkehrsleistung, die jeder Bürger am Tag zurücklegt. „Mögliche Ursachen dafür sind, dass mehr Konsum online gedeckt wird, aber auch dass in einer alternden Gesellschaft anteilig mehr Ruheständler und damit weniger Pendlerverkehre verzeichnet werden“, erläutert Kagerbauer.

Carsharing und Elektrofahrräder als neuer Trend
Auch die Wirtschaft reagiert bereits auf Trends in der Mobilität mit neuen bedarfsgerechten Produkten. „Carsharing und Leih- oder Elektrofahrräder sind ja schon Angebote, die auf den flexiblen, urbanen Bewohner zielen, der oft wenig Motorisierung braucht, um seine Wege zurückzulegen“, sagt Kagerbauer. Daten des Deutschen Mobilitätspanels und anderer Erhebungen helfen zudem der Politik abzuschätzen, wie das Verkehrssystem gestaltet werden muss, um den Bedürfnissen der Menschen heute und morgen zu entsprechen. Nicht zuletzt kostet die Verkehrsinfrastruktur auch viel Geld und es stellt sich immer wieder die Frage, welche Investitionen sinnvoll sind und welche nicht.

„Mobilität als Gesamtsystem ist enorm komplex“, erklärt Kagerbauer. „Deshalb bedarf es langfristiger Untersuchungen, um Trends sicher verfolgen zu können“. Seit 1994 werten Forscher am KIT die jährlich 1.500 Fragebögen aus, die im Rahmen des Deutschen Mobilitätspanels im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erhoben werden. Dabei dokumentieren die Befragten eine Woche lang im Herbst jeden Weg, den sie zurücklegen, egal ob der mit Auto, Fahrrad, Bus, Bahn oder zu Fuß zurückgelegt wurde. Ergänzend zum Fragebogen führen die Probanden im Frühjahr ein Tankbuch, um das Autofahrverhalten detailierter zu erfassen. Da die Teilnehmenden bis zu drei Jahre in Folge Auskunft geben, erlauben die Daten verlässliche Aussagen über Trends und Tendenzen.
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