Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Dunkle Materie: Suche nach den Rätselteilchen
Erste Daten aus Gran Sasso schränken Suchbereich für WIMPs ein
Im Untergrundlabor des italienischen Gran Sasso fahnden Forscher nach WIMPS, den rätselhaften Teilchen der Dunklen Materie. Nach gut 100 Tagen Messung ist ein Nachweis solcher schwach wechselwirkender Teilchen noch nicht gelungen, wohl aber eine Einschränkung des zukünftigen Suchbereichs. Dies weckt die Hoffnung, in naher Zukunft eines der fundamentalsten Rätsel der Physik lösen zu können.
XENON-Detektor im Untergrundlabor Gran Sasso
XENON-Detektor im Untergrundlabor Gran Sasso
© XENON-Kollaboration XENON-Detektor im Untergrundlabor Gran Sasso
Dunkle Materie ist eine unsichtbare aber zugleich wesentliche Komponente des Universums, die vermutlich mehr als achtzig Prozent aller Materie ausmacht. Bisher wurde Dunkle Materie jedoch nur indirekt nachgewiesen, über ihre Anziehungskraft auf sichtbare Materie. Die Forschung geht davon aus, dass die Dunkle Materie aus WIMPs (Weakly Interacting Massive Particles) besteht, Teilchen, die beim Urknall entstanden sind. Man erwartet, dass WIMPs eine mit Atomkernen vergleichbare Masse haben und nur sehr schwach mit normaler Materie wechselwirken.

Findet eine dieser seltenen Kollisionen eines WIMPs mit Atomkernen statt, setzt dies einen winzigen Energiebetrag frei, der mittels äußerst empfindlicher Instrumente nachgewiesen werden kann. Dieser Nachweis soll unter anderem mit Hilfe des unterirdischen XENON100-Detektors gelingen. Untergebracht ist der Detektor im Untergrundlabor im italienischen Gran Sasso, wo 1.400 Meter Fels das Experiment unter anderem vor störender kosmischer Strahlung abschirmen. Der XENON100-Detektor misst in gut 60 Kilogramm flüssigem Xenon kleinste Licht- und Ladungssignale, welche durch seltene Kollisionen zwischen WIMPs und Xenon-Atomen stattfinden.

Erste Daten: noch kein Beleg, aber erste Einschränkungen des Suchbereichs
Jetzt liegt die Auswertung von ersten Daten aus 100 Tagen Messung vor. Die im Januar 2010 gestartete Messreihe ergab insgesamt drei Kandidaten im vordefinierten Parameterbereich, in dem ein WIMP-Signal erwartet würde. „Hinweise für die Existenz von WIMPs liefern diese Daten zwar noch keine“, fasst Laura Baudis, Physikerin der Universität Zürich, die Ergebnisse zusammen. „Aber sie grenzen den Bereich für die künftige Suche ein: Wusste man bisher nicht, wo suchen, kann jetzt der Bereich der Suche klar definiert werden. Außerdem lassen sich aus diesen Daten die bisher stärksten Einschränkungen für Modelle der Teilchenphysik ableiten.“

Während noch in diesem Jahr weitere Messreihen folgen sollen, bereitet die Kollaboration bereits das Experiment der nächsten Generation vor. Der neue Detektor soll 1.000 Kilogramm flüssiges Xenon als Targetmasse haben. Mit weiteren Reduktionen beim radioaktiven Untergrund wird dieser XENON1T-Detektor am Ende hundertmal sensitiver sein als XENON100. Für die nahe Zukunft folgert Laura Baudis: „Die kommenden Jahre werden spannend, denn es gibt berechtigte Hoffnung, eines der fundamentalsten Rätsel der Physik lösen zu können. Und dabei findet gleichsam auch eine Begegnung von Kosmologie und Teilchenphysik statt. Denn: Die direkte Beobachtung von WIMPs würde durch die damit einhergehende Manifestation von Dunkler Materie einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen den größten Strukturen im Kosmos und der subatomaren Welt herstellen.“
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
WIMP, Dunkle Materie, Gran Sasso, Teilchenphysik, Detektor, Physik, XENON, Kosmologie, Teilchenphysik, Einschränkung, Messreihe
Weitere News zum Thema
Erneut Indiz für Dunkle Materie-Teilchen? (17.04.2013)
Untergrund-Detektor registriert mögliche Spuren von WIMPs
Antimaterie-Überschuss liefert Hinweis auf Dunkle Materie (04.04.2013)
AMS-Detektor registriert Positronen, die aus Teilchenreaktion der Dunklen Materie stammen könnten
Prachtfinken finden nur mit dem rechten Auge die richtige Partnerin (04.10.2012)
Linke Hirnhälfte ist zuständig für die Beurteilung von Weibchen
Seeigel sehen besser als gedacht (06.05.2011)
Kalkskelett mit Lichtsinneszellen funktioniert als „Komplexauge“
Vulkangestein belegt Krustenrecycling im Erdinneren (26.04.2011)
Zusammenhang zwischen Magma an mittelozeanischen Rücken und an Hotspots
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Dunkle Materie
Gamma Ray Bursts
Sternennebel
Dossiers zum Thema
Die dunkle Seite des Universums
Dunkle Materie schließt Lücke zwischen Modell und Beobachtung
Das Mysterium der Masse
Die Suche nach dem Higgs-Teilchen
Superenergien aus dem All
Von kosmischen und irdischen Teilchenbeschleunigern
LHC: Ein Riese erwacht
Startschuss für den größten Teilchenbeschleuniger der Welt
Urknall im Speicherring
Teilchenphysiker auf der Suche nach dem Ursprung des Universums
News des Tages
Dinos jagten auch bei Nacht
Japan: Fachlicher Totalausfall bei Risikovorhersage?
Käferschnecken sehen Fressfeinde mit Augen aus Stein
Dunkle Materie: Suche nach den Rätselteilchen
Kein Kurzschluss im Titanoxid
Fledermäuse schwirren hohen Blutzucker weg
Hören: Gehirn schickt Wichtiges direkt auf die „Überholspur“
Bücher zum Thema
Kosmologie für helle Köpfe
Die dunklen Seiten des Universums von Harald Lesch
Hawkings neues Universum
Raum, Zeit und Ewigkeit von Rüdiger Vaas
Der Stoff, aus dem der Kosmos ist
von Brian Greene
Die ersten drei Minuten
Der Ursprung des Universums von Steven Weinberg, Friedrich Griese (Übersetzer)
Kosmologie für Fußgänger
Eine Reise durch das Universum von Harald Lesch und Jörn Müller
Top-Clicks der Woche
1. Obst und Gemüse mit Perchlorat kontaminiert
2. Egoismus macht nicht glücklich
3. Frühe Steinzeitbauern bevorzugten Inzucht
4. Forscher erfinden ein Lichtrad
5. Mittelalterliches Lepra-Rätsel gelöst