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Donnerstag, 24.05.2012
Elektroautos: schnelles Laden ohne Kabel
Magnetspule lädt Fahrzeuge schnell und berührungslos, Testlauf im Juni 2011
Elektroautos können ihre Batterie künftig ohne Kabel laden: Eine jetzt auf der Hannovermesse vorgestellte berührungslose Technologie integriert die induktiven Ladestationen nahezu unsichtbar in Stra0ße oder Parkplatz und funktioniert bereits bei kurzen Stopps. Schon im Juni 2011 werden erste Prototypen der Systeme mit mehreren Fahrzeugen in Berlin getestet.

Die Ladestationen können nahezu unsichtbar in jede Umgebung integriert werden und sind dadurch sicher vor Verschleiß und Vandalismus.
Die Ladestationen können nahezu unsichtbar in jede Umgebung integriert werden und sind dadurch sicher vor Verschleiß und Vandalismus.
© Siemens Die Ladestationen können nahezu unsichtbar in jede Umgebung integriert werden und sind dadurch sicher vor Verschleiß und Vandalismus.
Eine große Herausforderung beim Ausbau der Elektromobilität ist eine umfassende und verlässliche Ladeinfrastruktur. Da Elektroautos ihre Batterien häufiger aufladen müssen als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ihren Tank füllen, braucht es unterschiedliche Lademöglichkeiten, die an den Bedarf von Fahrer und Fahrzeug angepasst sind. Die induktive Energieübertragung der Forscher von Siemens Corporate Technology würde automatisiertes Laden schon beispielsweise in Taxiwarteschlangen erlauben.

Magnetfeld induziert Ladestrom direkt im Fahrzeug
Eine vollständig im Boden versenkte Spule, die Primärspule, bildet dabei die Verbindung zum öffentlichen Energienetz. Unten am Auto ist eine Sekundärspule. Üblicherweise beträgt der Abstand zwischen acht und 15 Zentimeter. Startet der Fahrer das Laden, wird die Primärspule von Strom durchflossen. Als Folge baut sich ein Magnetfeld auf, das in der Sekundärspule einen elektrischen Strom induziert und die Batterie auflädt.

Die Effizienz der Leistungsübertragung vom Stromnetz über alle Komponenten bis zur Batterie beträgt dabei über 90 Prozent. Das Magnetfeld baut sich nur in einem exakt vorbestimmten Raum zwischen den Spulen auf. Daher unterschreitet das System in den zugänglichen Bereichen im und um das Fahrzeug deutlich den international empfohlenen Grenzwert von 6,25 Mikrotesla für ein magnetisches Feld.

Systemtest ab Juni 2011 in Berlin
Ab Mai testen die Forscher einen Prototyp mit einer Ladeleistung von 3,6 Kilowatt in einem Elektrofahrzeug. In dem Feldtest ab Juni in Berlin sollen die notwendigen Verbesserungen für den Übergang zu einer Integration in Serienfahrzeuge unter realen Bedingungen ermittelt und Kundenfeedback eingeholt werden, um in Zukunft kundenorientierte Ladelösungen anbieten zu können. Zusätzlich ist das System geeignet für eine intelligente Energienutzung, bei dem hauptsächlich Stromüberschüsse an Sonnen- und Windkraft genutzt werden und das Elektroauto auch als Zwischenspeicher für Strom dient.
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