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Montag, 11.12.2017
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3D-Filme fürs Handy

Fraunhofer-Forscher machen das mobile Internet dreidimensional

Fraunhofer-Forscher haben den neuen Mobilfunkstandard LTE-Advanced mit einem Video-Kodierverfahren kombiniert. Dadurch lassen sich 3D-Filme schnell und in bester Qualität auf dem Handy empfangen – etwa zur Unterhaltung von Beifahrern auf Reisen in den Urlaub.
3D-Filme auf dem Handy

3D-Filme auf dem Handy

Stockender Seitenaufbau, ruckelnde Videos in Briefmarkengröße – diese Zeiten sind dank Smartphone, schnellen Datenverbindungen und Flatrate-Tarifen passé. Weltweit wurden im vergangenen Jahr 100 Millionen Videos auf YouTube mit dem Handy gesehen. Eine Umfrage des Hightech-Verbands BITKOM ergab, dass in Deutschland mittlerweile zehn Millionen Menschen mit dem Handy im Internet surfen. Und es gibt noch einen weiteren Hype, der ungebrochen ist: Filme in 3D.

Mobiles Internet wird dreidimensional


Forschern am Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI in Berlin ist es nun gelungen, beides zu verbinden und das mobile Internet dreidimensional zu machen. Bereits für Filme in besonders guter, hochauflösender HD-Qualität haben die HHI-Wissenschaftler ein spezielles Kompressionsverfahren entwickelt, das die Filme auf kleine Datenraten rechnet, dabei jedoch die Qualität erhält: H.264/AVC. Was das Videoformat H.246/AVC für Filme in High-Definition ist, ist das Multiview-Video-Coding MVC für 3D-Filme.

„Mit MVC werden die zwei Bilder, die für den stereoskopischen 3D-Effekt nötig sind, so zusammengepackt, dass die Bitrate des Films deutlich verringert wird“, erklärt Wissenschaftler Thomas Schierl vom HHI. 3D-Filme können mit diesem Verfahren um bis zu 40 Prozent verkleinert werden.


In Verbindung mit dem neuen Mobilfunkstandard 3G-LTE lassen sich 3D-Filme schnell und in bester Qualität empfangen. Das im LTE-Funksystem integrierte Radio Ressource Management ermöglicht eine flexible Datenübertragung und berücksichtigt dabei unterschiedliche Qualitätsanforderungen (Quality of Service).

Ice Age in 3D


„Die mittels MVC aufgeteilten 2D- und 3D-Ströme können an der Luftschnittstelle für jeden Nutzer individuell priorisiert werden, um unterschiedliche Dienste zu unterstützen und neuen Geschäftsmodellen den Weg zu eröffnen“, erklärt Thomas Wirth, ebenfalls vom HHI. Das sind zum Beispiel Premium-Dienste, bei denen nur der zahlende Nutzer Filme in 3D empfängt. Auch eine 3D-Qualitätsgarantie bei ungünstigen Empfangsbedingungen, etwa während einer Autofahrt, ist nach Angaben der Forscher möglich. Die Kinder könnten dann auch auf dem Rücksitz ohne Unterbrechung Ice Age in 3D gucken.

Die Fraunhofer-Wissenschaftler stellen ihre Neuentwicklung zurzeit auf dem noch bis zum 17. Februar 2011 laufenden Mobile World Congress in Barcelona erstmals der breiten Öffentlichkeit vor.
(Fraunhofer Gesellschaft, 14.02.2011 - DLO)
 
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