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Donnerstag, 24.05.2012
Wärmeinseln machen Städte grüner
Vegetationsperiode im Frühjahr und Herbst verlängert
Eine Stadt ist keine ökologische „Wüste“, im Gegenteil: die Stadt kann die Natur sogar begünstigen. Eine neue Studie der Nasa hat jetzt gezeigt, dass gerade die Bedingungen im Betondschungel das Pflanzenwachstum fördern. Im Vergleich zu ländlichen Gegenden bleiben sie länger grün.

Falschfarbenaufnahme der Stadt Atlanta in Georgia. Vegetation erscheint rot, bebautes Gelände blau-schwarz
Falschfarbenaufnahme der Stadt Atlanta in Georgia. Vegetation erscheint rot, bebautes Gelände blau-schwarz
© BASA/GSFC
Urbane Regionen mit einer hohen Konzentration von Gebäuden, Straßen und anderen künstlichen Oberflächen speichern Hitze und lassen dadurch Wärmeinseln entstehen. Satellitenmessungen belegen, dass in ihnen höheren Durchschnittstemperaturen herrschen als im Umland und zudem der Tag- Nacht-Wärmeunterschied geringer ist.

Mithilfe von Daten des Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) an Bord des Terra-Satelliten der NASA haben Forscher der Boston Universität herausgefunden, dass das Stadtklima deutliche Auswirkungen auf die Wachstumsperiode der Pflanzen hat – und dies in einem Radius von bis zu zehn Kilometern um die Stadt herum. Die Vegetationsperiode in 70 Städten Nordamerikas waren um etwa 15 Tage verlängert gegenüber vergleichbaren ländlichen Gebieten.

„Wenn Sie in einer ländlichen Gegend leben und regelmäßig in die Stadt fahren, und wenn Sie dabei die Vegetation beobachten, wird ihnen ein Unterschied vor allem im frühen Frühjahr und im späten Herbst auffallen“, erklärt Xiaoyang Zhang.

Zhang ergänzt, dass urbane Wärmeinseln ein gutes Modell darstellen, um die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Ökosysteme einzuschätzen. Wenn sich die Temperaturen durch den Klimawandel in Zukunft erhöhen, werden sich auch die Vegetationsperioden verändern.

Zhang und seine Kollegen stellten fest, dass sich für jedes Grad mehr an Wärme während des Frühjahrs die Blütezeit der Pflanzen durchschnittlich um drei Tage nach vorne verschob. Die Stadttemperaturen lagen in den untersuchten Städten im Durchschnitt um 1,5 Grad Celsius über denen des Umlands. Dadurch begannen die Pflanzen im Mittel sieben Tage früher mit ihrem Wachstum. Im Herbst dagegen dauerte die Vegetationsperiode rund acht Tage länger. Messbare Effekte traten nicht nur in den Städten selbst auf, sondern erstreckten sich bis zu zehn Kilometer außerhalb der Stadtgrenzen.

„Die Erwärmung durch den Klimawandel wird definitiv die Ökosysteme beeinflussen“, erklärt Zhang. „Die urbanen gebiete liefern uns schon jetzt erste Anhaltspunkte darüber, wie sich die Temperaturänderungen auf die Vegetation auswirken werden.“
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