• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Dienstag, 24.05.2016
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Partnersuche per Gentest

Startup-Plattform scht passende Partner per Genanalyse

Ob wir jemanden attraktiv finden oder nicht, bestimmen auch unsere Gene: Sie entscheiden, wen wir „gut riechen“ können. Drei junge Forscher haben diesen Zusammenhang genutzt und eine Partnerbörse der etwas anderen Art gegründet: Singles können dort Teile ihres Genoms analysieren und mit anderen vergleichen lassen, um so möglicherweise einen passenden Partner finden.
Partnerschaft

Partnerschaft

„Gleich und gleich gesellt sich gern“, sagt der Volksmund. Doch Gemeinsamkeiten allein machen noch kein Paar - ob man sich mehr als sympathisch ist, hängt vor allem vom Geruch ab. Jeder Mensch gibt individuelle Duftstoffe ab, die der Gegenüber unbewusst wahrnimmt. Auf dieser Basis entscheidet unser Gehirn, ob jemand als potentieller Partner geeignet ist. Diese Duftstoffe hängen mit unserem Immunsystem zusammen: Sie werden beeinflusst von so genannten HLA-Genen (Human Leukocyte Antigen). Die dank der HLAs gebildeten Proteine helfen unserem Immunsystem, Antikörper gegen Krankheitserreger zu bilden und sie zu zerstören. Kurz – je unterschiedlicher die HLA-Gene sind, desto besser ist man gegen Krankheitengeschützt.

Wer hat die passenden HLA-Gene?


Menschen nutzen diesen Zusammenhang unbewusst für die Partnerwahl: Man kann insbesondere Personen „gut riechen“, deren HLA-Gene möglichst unterschiedlich zu den eigenen sind. So bekommen die möglichen gemeinsamen Kinder ein starkes Immunsystem. Von diesem Zusammenhang hat Andreas Reichert, Student der Molekularen Biotechnologie an der TUM, in einer Vorlesung am Wissenschaftszentrum Weihenstephan erfahren: „Das könnte man doch nutzen“, dachte sich der 26-jährige und suchte daraufhin in eigener Recherche mehrere wissenschaftliche Belege für diese Korrelation. Daraus entwickelte sich die Geschäftsidee: Das Anbieten von DNA-Analysen, aufgrund derer man Vorschläge für passende Partner machen kann.

Speichelprobe genügt


Mit diesem Gedanken begeisterte Reichert zwei weiteren TUM-Kommilitonen: „Wir haben dann die verschiedenen Angebote der TUM zum Thema Entrepreneurship wahrgenommen, um uns das nötige Wissen über eine Firmengründung anzueignen“. Seit Oktober 2009 planen und organisieren die drei jungen Leute die Gründung ihrer Online-Partnerbörse namens Gmatch. Gegründet wurde das Start-up im vergangenen Mai, jetzt ist die dazugehörige Plattform online gegangen.

Andreas Reichert, Sarah Port und Sebastian Ullherr bieten darauf DNA-Tests an, die den Nutzern zusätzlich zu sozialen Komponenten helfen sollen, den passenden Partner zu finden . Für den Gen-Abgleich ist nur eine Speichelprobe nötig: Im Labor wird das Erbgut aus dem Speichel isoliert, bestimmte HLA-Genabschnitte untersucht und sequenziert. Die Sequenzen werden nach einem speziellen Algorithmus mit denen anderer Plattform-Nutzer verglichen und auf dieser Basis die Anziehung zwischen den beiden Nutzern vorausgesagt.

„Ich bin gespannt, wie viele Paare sich Dank der DNA-Analyse finden werden“, so Reichert. Er ist übrigens selbst nicht mehr zu haben.
(TU München, 08.02.2011 - NPO)