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Donnerstag, 24.05.2012
Gängige Schmerzmittel erhöhen Schlaganfallrisiko
Erhöhtes Risiko bei dauerhafter Einnahmen von Ibuprofen, Diclofenac und Etoricoxib
Die Einnahme der Schmerzmittel Ibuprofen und Diclonfenac, sowie Etoricoxib kann das Schlaganfallrisiko bis auf das Dreifache erhöhen. Das belegt eine Studie, die kürzlich im „British Medical Journal“ erschienen ist. Besonders gefährdet sind Menschen, die bereits aufgrund von Gefäßkrankheiten schlaganfallgefährdet sind und die Schmerzmittel über längere Zeit regelmäßig einnehmen. Jüngeren Patienten mit einer nur kurzfristigen Einnahme droht dagegen keine Gefahr.

Schmerzmittel
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© SXC Schmerzmittel
Ibuprofen und Diclofenac gehören zu den in Deutschland häufig verordneten Schmerzmitteln, sie sind aber beide auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Etoricoxib ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der COX-2, der meist zur symptomatischen Behandlung von Entzündungen und Schmerzen bei Patienten mit Arthrosen verordnet wird. Alle drei Wirkstoffe sind jetzt in den Fokus von Untersuchungen ihrer Nebenwirkungen geraten.

Schlaganfallrisiko dreifach höher bei Ibuprofen
Forscher der Universität Bern haben in einer im „British Medical Journal“ erschienenen Meta-Analyse herausgefunden, dass die langfristige Einnahme von Schmerzmitteln aus der Gruppe der sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika das Risiko von Herzkreislauferkrankungen erhöht. Für die Wirkstoffe Etoricoxib, Ibuprofen oder Diclofenac ermittelten sie auch ein erhöhtes Schlaganfallrisiko.

„Für Etoricoxib war bereits ein erhöhtes Herzkreislaufrisiko bekannt”, berichtet Professor Joachim Röther, Erster Vorsitzende der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und Chefarzt der Neurologischen Klinik an der Asklepios Klinik in Hamburg- Altona. „Dieses Mittel ist nur auf Rezept erhältlich und wird von Ärzten zurückhaltend eingesetzt.” Der Meta-Analyse zufolge erhöht Ibuprofen das Schlaganfallrisiko um mehr als das Dreifache. Für Diclofenac wurde ein Faktor von 2,86 ermittelt.

Kaum Risiko bei jungen Patienten
Grund zur Panik bestehe jedoch nicht, so Röther: „Es handelt sich bei diesen Zahlen um eine relative Risikozunahme, die mit der Ausgangslage der Patienten in Beziehung gesetzt werden muss.“ Für jüngere Menschen mit einem geringen Gefäßrisiko bestehe praktisch keine Gefahr, nach der Einnahme einen Schlaganfall zu erleiden. Für sie stünden andere Risiken der Medikamente, beispielsweise die schlechte Magenverträglichkeit mancher Mittel, im Vordergrund. Das Schlaganfallrisiko steige mit der Dosis und der Dauer der Anwendung.

Dauer-Anwendung sollte vermeiden
„Die gelegentliche Einnahme bei Schmerzen oder Entzündungen ist im Hinblick auf das Schlaganfallrisiko nicht bedenklich“, erklärt der DSG-Vorsitzende. Eine chronische Anwendung dieser Schmerzmedikamente sei allerdings grundsätzlich zu vermeiden und bei Patienten mit vorgeschädigten Blutgefäßen sollten andere Schmerzmittel eingesetzt werden. Die Entscheidung muss aber im Einzelfall durch den betreuenden Arzt unter Berücksichtigung aller Risiken des Patienten fallen.
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