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Freitag, 28.07.2017
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Erster Riesenplanet um pulsierenden Stern

Gasriese Wasp-33b könnte Entstehungsmechanismen der Delta-Scuti-Sterne erklären

Zum ersten Mal haben Astronomen einen Exoplaneten um einen bestimmten Typ eines pulsierenden Sterns entdeckt. Der so genannte Delta-Scuti-Stern wird von einem heißen Gasriesen in extrem enger und rückläufiger Umlaufbahn umkreist. Dessen Präsenz könnte eine Ursache für Gezeitenkräfte und das pulsierende Ausdehnen und wieder Zusammenziehen des Sterns sein. Informationen zu dem Exoplaneten und seinen Eigenschaften wurden jetzt im Fachmagazin „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.
So könnte Wasp-33b aussehen.

So könnte Wasp-33b aussehen.

Wasp-33, auch als HD15082 bekannt, ist ein Stern der 1,5-fachen Sonnenmasse, der 378 Lichtjahre von der Sonne entfernt in der Konstellation Andromeda liegt. Seine Besonderheit: Er ist ein so genannter Delta-Scuti-Stern. Er pulsiert wie ein Luftballon, der sich abwechselnd ausdehnt und wieder zusammenzieht. Neben diesen radiären Pulsen zeigt der Stern auch eine Art Gezeitenpulse: Bestimmte Regionen seiner Oberfläche wölben sich mal auf, mal sinken sie wieder ab. Woher diese Fluktuationen stammen, war lange Zeit unklar.

Exoplanet um pulsierenden Stern


Im Jahr 2006 haben Astronomen dann eine mögliche Ursache für diese Pulsationen entdeckt: Mit der Transitmethode stießen sie auf die Signatur eines Planeten, der diesen Stern umkreist. Er ist damit der erste, der um einen solchen Delta-Scuti-Stern entdeckt wurde. Ein Forscherteam des Instituts für Weltraumforschung (IEEC-CSIC) an der Autonomen Universität Barcelona hat diesen neuen Exoplaneten, Wasp-33b, seither untersucht und jetzt erstmals nähere Informationen zu seinen Eigenschaften veröffentlicht.

Gasriese in extrem enger und rückläufiger Umlaufbahn


Der Planet ist ein Gasriese mit der vierfachen Masse des Jupiter. Er umkreist Wasp-33 mit sehr hoher Geschwindigkeit – ein Umlauf dauert gerade einmal 1,2 Tage – und ist ihm dabei extrem nahe: Nur 0,02 astronomische Einheiten trennen Waps-33b von seinem Zentralstern. Zum Vergleich: Der Merkur, sonnennächster Planet in unserem Sonnensystem, ist 0,39 astronomische Einheiten von der Sonne entfernt.


Doch die Umlaufbahn des Planeten besitzt noch weitere Besonderheiten: Wasp-33b besitzt einen stark gegen den Äquator des Sterns geneigten und zudem noch retrograden Orbit. Das bedeutet, er umkreist ihn nicht rechtläufig wie die meisten anderen bekannten Planeten und Monde im Kosmos, sondern in entgegengesetzter Richtung.

Pulse des Sterns durch Planeten-Schwerkraft verursacht?


Die Existenz dieses Gasriesen um einen pulsierenden Stern gibt erstmals Hinweise auf einen möglichen Auslöser für die Pulse. Nach Ansicht der Astronomen könnte Wasp-33b durch seine Schwerkraft die Gezeiteneffekte auf seinem Zentralstern verursachen. Die zeitliche Abfolge von Transit und Gezeitenpulsen spricht dafür. Damit stellt der Exoplanet nicht nur den ersten um einen Delta-Scuti-Stern entdeckten Himmelskörper dar, sondern eröffnet auch wertvolle Einblicke in die Wechselbeziehungen von Sternen und Planeten und in die dynamische Entwicklung solcher Systeme.
(Universitat Autònoma de Barcelona, 24.01.2011 - NPO)
 
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