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Donnerstag, 28.07.2016
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Ernährung: Deutsche als „Snacker“

Bundesburger entwickeln sich zu „Mobile Eatern“

Immer mobiler, immer flexibler, immer spontaner - wenn es ums Essen geht, dann entwickeln sich die Deutschen zunehmend zu einem Volk der „Mobile Eater“: Essen außer Haus, Snacks zwischendurch oder gar als Ersatz für eine Hauptmahlzeit - all dies gehört für immer mehr Deutsche zur Lebensrealität. So die neue Nestlé Studie 2011, die jetzt in Frankfurt am Main vorgestellt wurde.
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Doch wenn es darum geht, was sich zwei von drei Deutschen beim Essen wirklich wünschen, dann ist es laut dem Report vor allem dieses: Zeit und Ruhe. Denn im Alltag wird eine ausgewogene und gesunde Ernährung zunehmend zu einer Herausforderung.

4.000 Bundesbürger befragt


Für die neue Ernährungs-Studie wurden über 4.000 Bundesbürger vom Institut für Demoskopie Allensbach befragt. Sonderuntersuchungen durch die Gesellschaft für Konsumforschung, GfK, zum Einkaufsverhalten und zum Kinder- und Jugendmarkt ergänzen die Ergebnisse von Allensbach.

Im Vergleich zur Vorgängerstudie, die vor zwei Jahren erschien, hat gutes Essen und Trinken als wichtige Facette der Lebensqualität demnach um drei Prozentpunkte zugelegt - während andere Facetten weitgehend konstant blieben. Unter den Bereichen und -zielen, die die Deutschen als wichtig und erstrebenswert erachten, nimmt Ernährung jetzt den fünften Rang ein, nach Freunden/Beziehung, Familie, Bildung und Unabhängigkeit. Bei den Frauen und den über-60-Jährigen rangiert Ernährung sogar an Position drei.


Nur jeder zweite Deutsche nimmt sich noch Zeit zum Essen


67 Prozent der Deutschen wünschen sich beim Essen vor allem Zeit und Ruhe, denn immer mehr Menschen essen aus Frust und Stress - plus fünf Prozentpunkte im Vergleich zu 2009. Erst danach wünschen sie sich Abwechslung, Frische oder Gemeinsamkeit. Hauptgrund für die besondere Bedeutung, die die Deutschen dem Wunsch nach Zeit und Ruhe beim Essen beimessen, ist der Studie zufolge der immer flexiblere und mobilere Alltag vieler Bundesbürger.

Demnach hat jeder Dritte ständig oder teilweise einen unregelmäßigen Tagesablauf, Tendenz steigend. Mit entsprechenden Konsequenzen bei der Ernährung: Nur jeder Zweite - 53 Prozent - von ihnen nimmt sich bewusst Zeit, um in Ruhe essen zu können. 45 Prozent fehlt die Zeit, um sich so zu ernähren, wie sie gerne möchten.

Berufstätige verschieben bewusste Ernährung auf das Wochenende


„Eine hohe Arbeitsbelastung und die Entstrukturierung der Tagesabläufe führen weit verbreitet zu Ernährungsdefiziten“, warnt die Studie. Durch eine gute Infrastruktur bei der Außer-Haus-Verpflegung und innovative Lebensmittel, könne auch bei einem unregelmäßigen Tagesablauf und hohem Mobilitätsgrad eine ausgewogene Ernährung sichergestellt werden.

80 Prozent der Vollzeit-Berufstätigen verpflegen sich mittags inzwischen außer Haus. Dabei bewerten nur 65 Prozent das Angebot an gesunden und ausgewogenen Gerichten in der Kantine positiv. Auch mit dem Angebot kalorien- und fettarmer Gerichte sind nur 55 Prozent der Nutzer zufrieden. Entsprechend kommen 28 Prozent der Berufstätigen nur am Wochenende dazu, sich so zu ernähren, wie sie eigentlich wollen.

„Heavy Snacker“ mit Ernährungsdefiziten


Bei den Jüngeren führt die Entstrukturierung der Tagesabläufe dazu, dass Hauptmahlzeiten immer öfter durch Snacks ersetzt werden. Mehr als zwei Drittel der Unter-30-Jährigen essen zumindest ab und zu statt einer Hauptmahlzeit eine Kleinigkeit, rund jeder Sechste ersetzt sogar täglich oder fast täglich eine Hauptmahlzeit durch eine Kleinigkeit. Entsprechend berichten jüngere „Heavy Snacker“ verstärkt über Ernährungsdefizite: Sie essen zu spät, zu ungesund, zu unregelmäßig und mit Heißhunger. Rund 40 Prozent geben an zu viel Süßes und zu viel Fastfood zu sich zu nehmen.

Entsprechend appelliert die Studie an das Verantwortungsbewusstsein: „Der Trend zur spontanen, unstrukturierten Ernährung erfordert zum einen eine wesentlich konsequentere Ernährungserziehung von Kindern und Jugendlichen, zum anderen eine Optimierung des Snacking-Angebots, um zu verhindern, dass die zunehmende Spontanität zu Ernährungsdefiziten führt.“
(Nestlé Deutschland, 18.01.2011 - DLO)