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Amateure heben Schätze der ESO
Wettbewerb „Hidden Treasures 2010“ ist entschieden
Die ESO hat die Gewinner des Astrofotografiewettbewerbs „ESO's Hidden Treasures 2010” bekannt gegeben. Der Wettbewerb gab Amateurastronomen die Gelegenheit zur Schatzsuche im großen astronomischen Datenarchiv der ESO – mit der schwierigen Herausforderung, die dabei gefundenen Bilder fachkundig aufzuarbeiten. Den ersten Preis aus fast 100 Einsendungen gewann Igor Chekalin aus Russland: Er darf das Very Large Telescope der ESO auf dem Paranal in Chile besuchen.
Reflexionsnebel M78 - Bild des Gewinners Igor Chekalin
Reflexionsnebel M78 - Bild des Gewinners Igor Chekalin
© Igor Chekalin Reflexionsnebel M78 - Bild des Gewinners Igor Chekalin
Hinter eindrucksvollen Himmelsaufnahmen, wie sie die NASA oder die Europäische Südsternwarte ESO veröffentlicht, stecken viele Stunden aufwändiger Arbeit. Aus den Rohbildern in Schwarzweiß, wie sie die Teleskope liefern, werden erst durch die Korrektur von Verzerrungen und unerwünschter Einflüsse des Aufnahmeinstruments sowie durch Nachbearbeitung, um die in den astronomischen Daten enthaltenen Details optimal sichtbar zu machen, farbenfrohe, fertige Bilder. Die ESO beschäftigt dafür ein ganzes Team professioneller Bildbearbeiter.

Aufarbeitung von Terabytes an astronomischen Daten
Für den Wettbewerb “ESO's Hidden Treasures 2010” waren nun stattdessen Astronomie- und Fotografie-Liebhaber gefragt, die die Gelegenheit bekamen, der Welt zu zeigen, was sie aus den Unmengen von Daten, die in den Archiven der ESO enthalten sind, hervorzaubern können. Die Teilnehmer mussten in den Terabytes an professionellen astronomischen Daten nach einer passenden Serie von Schwarzweißaufnahmen eines Himmelsobjekts suchen – und dann begann die eigentliche Arbeit der Bildbearbeitung.

Blick auf den Kugelsternhaufen NGC1850 von Sergey Stepanenko (2. Preis)
Blick auf den Kugelsternhaufen NGC1850 von Sergey Stepanenko (2. Preis)
© Sergey Stepanenko / ESO Blick auf den Kugelsternhaufen NGC1850 von Sergey Stepanenko (2. Preis)
Eingereicht wurden insgesamt fast 100 Bilder – weit mehr, als die ESO angesichts der anspruchsvollen Anforderungen des Wettbewerbs erwartet hatte. „Wir wurden sowohl von der Menge als auch von der Qualität der eingereichten Aufnahmen völlig überrascht. Der Wettbewerb war alles andere als einfach und erforderte sowohl fortgeschrittenere Kenntnisse der Bildbearbeitung als auch ein künstlerisches Händchen. Wir sind begeistert, so viele talentierte Leute entdeckt zu haben”, kommentiert Lars Lindberg Christensen, der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei der ESO.

Originalität und Ästhetik entschieden
Die Jury bewertete die Einsendungen nach der Qualität der Bildbearbeitung, der Originalität des Bildes und der ästhetischen Gesamterscheinung. Da viele Teilnehmer gleich mehrere Aufnahmen eingereicht hatten und von den am besten bewerteten Bildern einige von denselben Personen stammten, entschied sich die Jury, die Preise an die zehn bestplatzierten Teilnehmer zu vergeben. Erster Preis war eine Reise zum Very Large Telescope der ESO auf dem Paranal in Chile, inklusive der Möglichkeit, an nächtlichen Beobachtungen teilzunehmen. Zu den weiteren Preisen gehörten ein iPod, Bücher und DVDs. Außerdem werden die besten Bilder als Bildveröffentlichungen oder Bilder der Woche auf www.eso.org veröffentlicht.

Der Mond - gesehen vom dritten Preisträger Andy Strappazzon
Der Mond - gesehen vom dritten Preisträger Andy Strappazzon
© Andy Strappazzon / ESO Der Mond - gesehen vom dritten Preisträger Andy Strappazzon
Erster Preis an russischen Amateurastronom
Die ersten drei Preise gingen nun an Igor Chekalin aus Russland, der unter anderem den Reflexionsnebel M78, die Spiralgalaxie NGC3169 mit ihrem Supernovarelikt und eine Abbildung von Staub im Orionnebel bearbeitet hatte. „Es war eine großartige Erfahrung und ein echtes Vergnügen für mich, mit den ESO-Daten zu arbeiten“, erklärt der Preisträger. „Trotz meiner Erfahrung als Amateur-Astrofotograf in der Reduktion und Nachbearbeitung von Himmelsaufnahmen war Hidden Treasures die anspruchsvollste derartige Aufgabe, die ich je übernommen habe. Es galt, eine Reihe von Herausforderungen zu bewältigen, von der Installation neuer Software bis hin zur Einarbeitung in neue Bildbearbeitungstechniken und sogar in Betriebssyteme, die ich vorher nicht kannte.”

Der zweite Preis ging an Sergey Stepanenko aus der Ukraine. Er bearbeitete den Emissionsnebel NGC6729 und den Kugelsternhaufen NGC1850. Der dritte Preis ging an den Belgier Andy Strappazzon für sein Bild der Galaxie NGC6744 und eine Abbildung des Mondes. Alle ausgezeichneten Bilder und ihre Barbeiter sind auf der Internseite der ESO hier einzusehen.
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Astronomie, Rohdaten, Aufbereitung, Amateurastronomen, Astrofotografie, Wettbewerb, ESO, astronomische Bilder, Bildbearbeitung
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