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Sonntag, 23.07.2017
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Darmspiegelung senkt auch Krebsrisiko im rechten Darmteil

Komplette Krebsvorsorge-Untersuchung lohnt sich

Eine Darmspiegelung senkt nicht nur drastisch das Krebsrisiko im linken, so genannten absteigenden Dickdarm-Ast, sondern auch immerhin noch zu 50 Prozent im rechten Teil des Darms. Das belegt eine neue Studie von Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums. Die Darmspiegelung vermittelt daher einen sehr guten Schutz vor Darmkrebs – wenn auch keine hundertprozentige Sicherheit.
Krebszellen

Krebszellen

Senkt die Teilnahme an einer Darmspiegelung tatsächlich die Anzahl der Krebsfälle im gesamten Dickdarm? In den vergangenen Jahren hatten mehrere Studien den Verdacht genährt, das bei der endoskopischen Untersuchung des Dickdarms hauptsächlich Krebsvorstufen im so genannten linken(„absteigenden") Teil des Darms, der direkt in den Enddarm übergeht, entdeckt werden. Hier entstehen die meisten bösartigen Tumoren. Jedoch ließen die Studienergebnisse befürchten, dass die Untersuchung zu so gut wie keiner Risikosenkung für Krebs im Bereich des querliegenden und des aufsteigenden Dickdarms führt.

Komplette Spiegelung versus Teiluntersuchung


Im Deutschen Kebsforschungszentrum prüften Forscher um den Epidemiologen Professor Hermann Brenner, ob die endoskopische Untersuchung des gesamten Dickdarms überhaupt gegenüber der so genannten „kleinen Darmspiegelung“ Vorteile bringt. Bei dieser als Sigmoidoskopie bezeichneten Untersuchung, die für den Patienten deutlich weniger Aufwand mit sich bringt, wird ausschließlich der absteigende Anteil des Dickdarms inspiziert. Die DKFZ-Forscher befragten in ihrer methodisch aufwändigen Studie 1.688 Darmkrebspatienten nach zurückliegenden Darmspiegelungen und deren ärztlichen Befunden in den zehn Jahren vor der Diagnosestellung. Die gleichen Informationen wurden auch von 1.932 gesunden Kontrollpersonen erbeten.

Darmspiegelung senkt Krebsrisiko im rechten Darmbereich


Das Ergebnis: eine vorangegangene Darmspiegelung, bei der eventuell entdeckte Krebsvorstufen sogleich entfernt wurden, senkt das Gesamtrisiko für bösartigen Dickdarmkrebs um 77 Prozent. Wie aber fiel die Risikoreduktion für die verschiedenen anatomischen Abschnitte des Darms aus? Für den linken Dickdarm war der Krebsschutz erwartetermaßen mit 84 Prozent besonders deutlich. Aber auch im rechten Dickdarm war die Krebsrate bei den Befragten mit vorangegangener Darmspiegelung noch immer um 56 Prozent geringer als bei den Telnehmern, die sich dieser Vorsorgeuntersuchung nicht unterzogen hatten.


Nach Ansicht der Mediziner unterstreichen die Ergebnisse das große Potenzial der Darmspiegelung für die Verhütung von Darmkrebs. „Ärzte sollten ihre Patienten aber darüber aufklären, dass die endoskopische Untersuchung des Darms einen sehr guten Schutz vor Darmkrebs gewährleistet – jedoch keine hundertprozentige Sicherheit“, sagt Brenner.

Krebsvorstufen rechts eher unauffällig


Der Epidemiologe führt verschiedene Gründe auf, warum die Darmspiegelung in verschiednen Darmabschnitten zu unterschiedlich ausgeprägter Risikoreduktion führt: Krebsvorstufen im rechten Darmabschnitt könnten leichter übersehen werden, weil sie häufiger flach und unauffällig sind und der rechte Teil des Dickdarms nicht in allen Fällen vollständig eingesehen werden kann. Außerdem gebe es möglicherweise auch Unterschiede im biologischen Verhalten der Tumorzellen in den verschiedenen Darmabschnitten.

Warum aber fallen die Ergebnisse der deutschen Untersuchung anders aus als vergleichbare Studien in anderen Ländern, etwa in Kanada? „Das könnte daran liegen“, mutmaßt Hermann Brenner, „dass in Deutschland viel Wert auf die Qualitätssicherung der Untersuchungen gelegt wird und daher auch die schwieriger zu entdeckenden Krebsvorstufen erkannt werden.“ Bei der Einführung der Darmspiegelung in das Krebsvorsorgeprogramm der gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2002 wurden besondere Vorkehrungen getroffen, dass nur sehr gut qualifizierte Ärzte die Untersuchung vornehmen dürfen und die Qualität der Untersuchungen regelmäßig überprüft wird.
(Deutsches Krebsforschungszentrum, 05.01.2011 - NPO)
 
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