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Sonntag, 26.06.2016
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Molekül in interstellaren Wolken identifziert

Laborversuch enthüllt Mitverantwortlichen für Absorption von Sternenlicht durch interstellare Wolken

Forschenden der Universität Basel ist es gelungen, ein erstes Molekül zu identifizieren, das für die Absorption des Sternlichts durch dünne interstellare Wolken mitverantwortlich ist. Die Absorptionsbanden des in einem Laborversuch erzeugten Kohlenwasserstoffs erwiesen sich als identisch mit denen astronmischer Messdaten. Dieses jetzt im „Astrophysical Journal“ vorgestellte Verfahren eröffnet neue Möglichkeitenauch weitere insterstellare Moleküle zu identifzieren.
Interstellare Wolke in der Konstellation Orion

Interstellare Wolke in der Konstellation Orion

Riesige Gebiete in unserer Galaxie bestehen aus interstellaren Wolken - Staubteilchen und Molekülen in Form von Gas bei Temperaturen von minus 250 Grad. Ein Teil des Sternenlichts wird von diesen Molekülen absorbiert. Aber die welche Moleküle genau für diese Lichtabsorption verantwortlich sind, konnte bisher nicht identifiziert werden. Obwohl dieser Effekt seit über 100 Jahren bekannt ist, blieb seine Ursache bis heute ein Rätsel der Astronomie.

Einem Forscherteam um John Paul Maier, Professor für Physikalische Chemie an der Universität Basel, ist nun ein Durchbruch in der Erforschung des interstellaren Nebels gelungen. Es gelang ihnen, im Labor das elektronische Spektrum des reaktiven Moleküls H2CCCC zu erzeugen und zu messen. Dieses Molekühl besteht aus drei Kohlenstoffatomen und zwei Wasserstoffatomen, die am Ende angehängt sind. Für die Messung in Labor, unter Bedingungen wie im Weltall, wurde das Molekül in einer elektrischen Entladung erzeugt. Das Sternenlicht wurde durch Laserlicht simuliert.

Die im Experiment erzielten charakteristischen Absorptionswerte wurden anschließend mit den astronomischen Daten kanadischer Forschungspartner verglichen. Es zeigte sich, dass zwei der momentan bekannten über 200 Absorptionen, die „diffuse interstellar bands“, eine komplette Übereinstimmung mit den Labordaten aufweisen. Damit muss das im Labor erzeugte Molekül der Urspung dieser spezifischen Absorptionsbanden sein.
(Universität Basel, 03.01.2011 - NPO)