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Mittwoch, 18.01.2017
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„Messenger“ zum Merkur

Erste Reise zum innersten Planeten seit 30 Jahren

Die erste Reise zum Planeten Merkur seit fast 30 Jahren – und der schärfste Blick auf den innersten Planeten des Sonnensystems – wird am 2. August beginnen, wenn die NASA Raumsonde Messenger von Cape Canaveral aus startet.
Merkur-Sonde Messenger

Merkur-Sonde Messenger

Messenger soll eine umfangreiche Untersuchung des nächsten Nachbarn der Sonne und des am wenigsten erkundeten der terrestrischen Planeten, zu denen auch Erde, Mars und Venus gehören, durchführen. Der Reiseplan der Sonde sieht drei Vorbeiflüge am Merkur in den Jahren 2008 und 2009 vor, eine einjährige Phase in der Merkurumlaufbahn soll im März 2011 beginnen.

„Unsere Missionen zum Mars und zur Venus haben aufregende Daten und neue Theorien über die Prozesse, die die inneren Planeten formten, gebracht“, erklärt Orlando Figueroa, Leiter der Abteilung für die Erkundung des Sonnensystems der NASA. „Trotzdem sticht der Merkur hervor als Planet mit einer faszinierenden Geschichte. Messenger wird die detaillierte Erkundung des inneren Sonnensystems vollenden – unseres Hinterhofs – und uns helfen, die Kräfte zu verstehen, die Planeten wie den unsrigen formten.“

Erst zweiter Besucher


Messenger – kurz für „MErcury Surface, Space ENvironment, GEochemistry, and Ranging“ ist erst das zweite Raumschiff überhaupt, dass sich dem Merkur nähert. Sein Vorgänger Mariner 10 flog 1974 und 1975 drei Mal an dem Planeten vorbei und sammelte Daten von etwas weniger als der Hälfte der Oberfläche.


Mit sieben wissenschaftlichen Instrumenten an Bord und einer widerstandsfähigen Rahmenkonstruktion soll Messenger lange genug durchhalten um Bilder und Daten des gesamten Planeten zu liefern. Die Mission soll genaue Information zur Zusammensetzung und Struktur der Kruste des Merkur, zu seiner geologischen Geschichte, seiner Atmosphäre und dem Magnetfeld sammeln.

Zahlreiche offene Fragen


Zu den bislang noch offenen Fragen, auf die sich die Wissenschaftler des Messenger-Teams eine Antwort erhoffen gehören: Warum besteht der Merkur, der dichteste Planet, fast nur aus Eisen? Und warum ist er neben der Erde der einzige innere Planet mit einem aktiven Magnetfeld? Wie kann der sonnennächste Planet, auf dem Tagestemperaturen von bis zu 450 Grad Celsius herrschen, trotzdem in seinen polaren Krater so etwas wie Eis besitzen?

„Seit fast 30 Jahren hatten wir Fragen, die wir nicht beantworten konnten, bis die Technologie und die Raumfahrtentwicklung mit unserem Wunsch nach mehr Wissen gleichzogen“, erklärt Sean C. Solomon, Leitender Wissenschaftler des Messenger-Teams. „Jetzt sind wir bereit. Die Antworten auf diese Fragen werden uns nicht nur mehr über den Merkur verraten, sondern auch Prozesse beleuchten, die alle inneren Planeten beeinflussen.“

Flug in den „Glutofen“ des Sonnensystems


Die Nähe des Merkur zur Sonne macht den Planeten zu einem faszinierenden Subjekt und zu einer besonderen Herausforderung für die Raumfahrt. Um den elffach höheren Lichtintensitäten und den glühenden Temperaturen standzuhalten, wird Messenger hinter einem Sonnenschild aus hitzebeständigem keramischen Material arbeiten. Das 1,2 Tonnen Raumfahrzeug verfügt zudem über ein Hitzeabstrahlungssystem und wird die heißesten Gebiete des Planeten nur kurz überqueren, um das Ausmaß der Hitzestrahlung von der Oberfläche so gering wie möglich zu halten.

Auf seiner 7,9 Milliarden Kilometer langen Reise, die 15 Schleifen um die Sonne beinhaltet, wird Messenger die Erde ein Mal im Jahr 2005, die Venus zwei Mal (2006 und 2007) und den Merkur drei Mal passieren, bevor sie in eine Umlaufbahn einschwenkt. Die Vorbeiflüge am Merkur im Januar 2008, Oktober 2008 und im September 2009 dienen dazu, die Flugbahn und Geschwindigkeit der Raumsonde optimal auf die Orbitalphase einzustellen.

„Wir tun hier etwas, das niemals zuvor versucht worden ist“, sagt der Projektmanager von Messenger, David G. Grant vom Labor für angewandte Physik der Johns Hopkins Universität. „Nach dem Start und der langen Reise durch das innere Sonnensystem steht uns immer noch der riskante und schwierige Job bevor, den Planeten tatsächlich zu umkreisen.“
(NASA, 28.07.2004 - NPO)
 
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