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Dienstag, 28.03.2017
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Klimagipfel: Durchbruch oder Debakel?

USA und China könnten Klimaschutzverhandlungen ausbremsen

Ab heute treffen sich im mexikanischen Cancún Vertreter von 193 Staaten, um auf der 16. UN-Klimakonferenz (COP16) unter anderem verbindliche CO2-Reduktionsziele auf den Weg zu bringen. Doch die Erwartungen an den bis zum 10. Dezember 2010 laufenden Klimagipfel sind bei vielen Wissenschaftlern und Umweltschutzorganisationen eher gering.
Durchbruch oder Debakel?

Durchbruch oder Debakel?

„Nach den mageren Ergebnissen der letzten Verhandlungsrunde ist es wichtig, dem Prozess wieder politisches Momentum einzuhauchen. Auch die EU steht hier in einer besonderen Verantwortung, dass der internationale Klimaschutz wieder Fahrt aufnimmt“, unterstreicht Regine Günther vom WWF Deutschland dennoch die Bedeutung von COP16. Sie fordert, die europäischen Klimaschutzziele bis 2020 von heute 20 Prozent auf mindestens 30 Prozent zu erhöhen.

WWF: Kein globaler Klimavertrag in Sicht


Auf dem Klimagipfel in Mexiko werden die Delegationen nach Ansicht des WWF aller Voraussicht nach keinen globalen Klimavertrag mit klaren Verpflichtungen schaffen. Die Umwelt- und Naturschützer weisen darauf hin, dass die Diskrepanz zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der politischen Handlungsbereitschaft selten so groß war wie jetzt. Während die Hochrechnungen und Szenarien der Klimawissenschaftler immer belastbarere Daten liefern, die zeigen dass das Ausmaß des Klimawandels noch immer unterschätzt wird, stagnieren die internationalen Verhandlungen.

Klimapolitische Hängepartie vermeiden


„Um eine klimapolitische Hängepartie zu verhindern, brauchen wir eine Verständigung der Industriestaaten auf verbindliche Übergangsregeln nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls Ende 2012. Da eine Beteiligung der USA derzeit als wenig wahrscheinlich gilt, müssen wir versuchen, die Vorreiter unter den Schwellenländern wie Indien, Mexiko, Brasilien und Südafrika in diesen Prozess mit einzubinden. Deshalb sollte sich Europa endlich verpflichten, die eigenen klimaschädlichen Emissionen bis 2020 um mindestens 30 Prozent zu senken - so wie es das EU-Parlament verlangt“, forderte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.


Weiter auf die USA oder andere Bremserstaaten zu warten, sei keine Option, sagte auch der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger in Berlin. Der Obama-Administration fehle es derzeit an innenpolitischer Unterstützung, die USA in ein verbindliches internationales Klimaschutzabkommen einzubinden.

BUND fordert Vorreiterrolle der EU


„Die erste Periode des Kyoto-Protokolls endet 2012. Es wäre fatal, wenn die Weltgemeinschaft dann keine Vorgaben zur Minderung ihrer CO2-Emissionen mehr hat. Die EU muss endlich wieder ihre frühere Vorreiterrolle einnehmen und sich für eine zweite Verpflichtungsperiode einsetzen“, sagte Weiger weiter. Leider habe auch Deutschland seine Vorbildrolle beim Klimaschutz aufgegeben. So unterstütze die Bundesregierung die Pläne zum Neubau von rund 20 klimaschädlichen Kohlekraftwerken, verhindere strenge Auflagen zur CO2-Reduzierung von Autos und Flugzeugen und bremse die erneuerbaren Energien aus, indem sie Atomkraftwerken längere Laufzeiten gewähre. Schlupflöcher für die Konzerne und Ausnahmen beim Klimaschutz dürfe es nicht geben.

Greenpeace: der Klimawandel wartet nicht!


„Die Energiekonzerne und andere Industriezweige setzen derzeit massiv auf den Klimaablasshandel und decken sich mit CO2-Emissionszertifikaten aus Entwicklungs- und Schwellenländern ein“, sagte Manuel Graf, BUND-Experte für internationalen Klimaschutz. Die Projekte, die sie im Gegenzug in diesen Ländern förderten, bewirkten jedoch kaum echte CO2-Minderungen.

„Nach einem Jahr mit verheerenden Extremwetterereignissen, Hitzerekorden und Flutkatastrophen muss allen klar sein: der Klimawandel wartet nicht! Auch nicht auf irgendwelche Ergebnisse der Klimaverhandlungen“, erklärte dazu Martin Kaiser, Klima-Experte von Greenpeace vor Ort in Cancun. „Nach dem missglückten Gipfel von Kopenhagen müssen die Verhandlungen in Cancun nun unbedingt die Weichen für den Klimaschutz im 21. Jahrhundert stellen. Die Staaten sind verantwortlich für das Wohl ihrer Bevölkerung, und das kann bald schon vom Klimawandel sehr bedroht werden.“
(WWF/BUND/NABU/Greenpeace, 29.11.2010 - DLO)
 
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