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Montag, 27.03.2017
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Diabetes-Mittel hilft gegen Alzheimer

Medikament Metformin behindert Bildung fehlerhafter Proteine

Forschern ist ein vielversprechender Durchbruch für Therapie und Vorbeugung der Alzheimer-Erkrankung gelungen: Sie entdeckten, dass ein normalerweise bei Typ II-Diabetes eingesetztes Medikament auch den Verlauf der Demenzerkrankung beeinflusst. Das Metformin übt auch bei gesunden Personen eine Schutzfunktion für die Hirnzellen aus, indem es einen entscheidenden Schritt bei der Bildung der Amyloid-Plaques behindert. Über ihre Erkenntnisse berichten die Forscher jetzt in der Zeitschrift „Proceedings of the National Academy of Science” (PNAS).
Geschrumpftes Gehirn nach Alzheimer

Geschrumpftes Gehirn nach Alzheimer

Schon lange ist bekannt, dass der Zuckerstoffwechsel eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Alzheimer spielt. Im Vergleich zu Nicht-Diabetes-Patienten haben Typ II-Diabetiker ein signifikant höheres Risiko, zusätzlich an Alzheimer zu erkranken. Wissenschaftler um Professor Susann Schweiger vom Berliner Max-Planck-Institut für molekulare Genetik konnten jetzt nachweisen, dass Metformin, ein Medikament, welches seit Jahren für die Therapie von Typ II-Diabetes benutzt wird, ein Enzym im Gehirn aktiviert, welches bei Patienten mit Alzheimer den Zelltod verhindern kann.

Schutzfunktion für Hirnzellen


Schweiger kannte Metformin bereits aus eigenen Erfahrungen bei der Behandlung von Patienten mit Typ II-Diabetes. „Beim Fahrrad fahren fiel mir ein, dass Metformin aufgrund seines Wirkmechanismus eigentlich auch bei der Alzheimer- Erkrankung funktionieren sollte“, berichtet sie. Gemeinsam mit ihren Arbeitsgruppen in Berlin und Dundee sowie einem weitgespannten Netzwerk von europäischen Kollaborationspartnern gelang es der Forscherin zu belegen, dass Metformin nicht nur bei Patienten mit Typ II-Diabetes, sondern auch bei gesunden Personen eine Schutzfunktion für die Hirnzellen ausübt.

Metformin verhindert fehlgebildete Proteine


Sowohl in Zellkulturen als auch in Versuchen an Mäusen stellten die Forscher fest, dass das Metformin einen entscheidenden Schritt für die Bildung abnormer Tau-Proteine im Gehirn behindert. Die normalerweise für das Zellgerüst wichtigen Proteine werden im Rahmen der Alzheimer-Demenz unter anderem durch starke Phosphoranlagerung verändert und tragen so zur Bildung der schädlichen Plaque-Ablagerungen bei. Das Metformin aktiviert ein Enzym, das die Phosphorylierung des Proteins rückgängig macht.


Wenn Alzheimer-Patienten in einem Frühstadium der Erkrankung mit Metformin behandelt werden, sollten auch hier vielversprechende prophylaktische und therapeutische Effekte auftreten, so die Hoffnung der Wissenschaftler. Um dieses genauer zu untersuchen, werden die Forscher Metformin zunächst in zwei verschiedenen Tiermodellen für die Alzheimer-Erkrankung testen. Anschließend hoffen sie, innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre eine klinische Studie initiieren zu können.
(Max-Planck-Institut für molekulare Genetik, 24.11.2010 - NPO)
 
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