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Sonntag, 25.09.2016
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Klimawandel stärker durch schwindende Wolken?

Gängige Klimamodelle bilden Wolkenzustand in klimaentscheidender Region nur ungenügend ab

Die gängigen globalen Klimamodelle haben das Ausmaß der kommenden Erwärmung vielleicht noch unterschätzt. Denn sie bilden die Veränderungen der Wolkendecke in einer für das Klimasystem entscheidenden Region nur ungenügend ab. Das zeigt eine jetzt im „Journal of Climate“ erschienene Vergleichsstudie. Sie belegt auch, dass sich die Wolken zukünftig ausdünnen könnten statt zuzunehmen – damit würde ihr Abkühlungseffekt schwächer werden.
Solche Stratuswolken wurden für das Modell einbezogen

Solche Stratuswolken wurden für das Modell einbezogen

Es wird wärmer, das ist klar. Aber wie viel? Die Prognosen der gängigen Klimamodelle gehen in dieser Hinsicht noch um Einiges auseinander. Hauptgrund dafür ist die bestehende Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der Wolken. Einige Modelle gehen von einer zunehmenden Wolkendecke und damit einer stärkeren Reflexion der Sonneneinstrahlung aus. Dieser abkühlende Effekt könnte dem Klimawandel entgegenwirken und die Erwärmung bremsen. Andere Modelle jedoch sehen eher ein Schwinden der Wolkendecke.

Was aber stimmt? Forscher der Universität von Hawaii Manoa wollten es genauer wissen und haben zum einen analysiert, wie gut die existierenden Klimamodelle die heutigen Wolkenverhältnisse abbilden können. Zum anderen entwickelten sie einen neuen Ansatz, wie sich die erwartenden Rückkopplungen durch Wolken besser erfassen lassen.

Gängige Modelle bilden Wolken nicht genau genug ab


Das Ergebnis des Klimamodell-Vergleichs war wenig erfreulich: „Alle globalen Klimamodelle, die wir analysiert haben, besitzen ernsthafte Defizite bei der Simulation der Eigenschaften von Wolken schon im heutigen Klima“, erklärt Axel Lauer vom International Pacific Research Center (IPRC) der Universität Hawaii. „ Es ist ungünstig, das die größte Schwäche der Modelle ausgerechnet in dem einen Aspekt liegt, der am entscheidendsten für die Vorhersage der globalen Erwärmung ist.“


Um hier eine bessere Übereinstimmung zu erzielen, wendeten die Forscher ein Modell gezielt auf nur eine begrenzte Region an: den Ostpazifik und angrenzende Landflächen. Von diesem Gebiet ist bekannt, dass es entscheidende Einflüsse auf das globale Klima ausübt, trotzdem wird es bisher in globalen Modellen nur ungenügend repräsentiert.

Weniger Wolken in klimatischer Schlüsselregion


In dem nun neu entwickelten Regionalmodell gelang es den Wissenschaftlern, die Schlüsselmerkmale der heutigen Wolken genau abzubilden, darunter auch die Reaktionen des Systems auf den El Nino. Ausgehend von dieser Basis modellierten sie dann die Entwicklung der Wolkendecke unter Bedingungen, wie sie in hundert Jahren herrschen könnten.

Das Ergebnis: Die Tendenz für eine Ausdünnung der Wolkenschicht und eine Verringerung der Wolkendecke war in diesem neuen Modell deutlich ausgeprägter als in den gängigen globalen Modellen. „Wenn unser Modellergebnisse sich als repräsentativ für das wirkliche globale Klima erweisen, dann ist das Klima sogar noch sensibler gegenüber Störungen durch Treibhausgase als die gängigen Modelle vorhersagen“, erklärt Kevin Hamilton, Koautor der Studie. „Selbst die höchsten Erwärmungsprognosen könnten dann die realen Veränderungen unterschätzen, die wir sehen werden.“
(University Hawaii Manoa , 24.11.2010 - NPO)
 
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