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Donnerstag, 30.03.2017
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Makaken: Bester „Kumpel“ garantiert Erfolg

Wissenschaftler legen neue Erkenntnisse über die Evolution sozialer Beziehungen unter Assam-Makaken vor

Wissenschaftler aus Göttingen und Leipzig haben herausgefunden, dass bei Makaken ein direkter Zusammenhang zwischen Männerfreundschaften und sozialem Erfolg besteht. Die Forscher zeigten im Fachmagazin „Current Biology“ erstmals, dass die Stärke der sozialen Bindungen, die ein Männchen in seiner Gruppe mit meist nicht verwandten Geschlechtsgenossen eingeht, Einfluss auf seinen sozialen Aufstieg und letztlich die Anzahl seiner Nachkommen hat.
Makaken-Männchen

Makaken-Männchen

Im thailändischen Naturschutzgebiet Phu Khieo Wildlife Sanctuary beobachten die Wissenschaftler um Oliver Schülke und Professorin Julia Ostner vom Courant Forschungszentrum „Evolution des Sozialverhaltens“ der Universität Göttingen zusammen mit Forschern des Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig seit 2005 eine Gruppe von 50 bis 60 Assam-Makaken.

Sozialverhalten untersucht


Bei der Untersuchung des Sozialverhaltens der Männchen entdeckten sie strategisches Handeln: Wenn ein Makaken-Männchen eine enge Beziehung zu einem der anderen der zehn oder elf Männchen der Gruppe geknüpft hat, dann hilft der „beste Freund“ auch in Kämpfen gegen andere Männchen.

„Anders als bei Weibchen geht es dabei nicht um den Zugang zu knappen Ressourcen, sondern um die Manipulation der eigenen und der Sozialbeziehungen anderer – also Politik. Diese Männchen kämpfen gemeinsam um ihren sozialen Status“, erläutert Schülke. Bislang vermuteten Wissenschaftler, dass sich die Makaken-Männchen in Konkurrenzsituationen nicht zusammenschließen, weil verwandtschaftliche Beziehungen in der Regel fehlen.


Stärke der Bünde entscheidend


In ihrer Langzeitstudie konnten die Wissenschaftler nun auch nachweisen, dass nicht die Anzahl, sondern die Stärke der Bünde für die Koalitionen und den Aufstieg entscheidend ist und dass alle Koalitionspartner profitieren.

„Je enger die Bindung eines Männchens zu Geschlechtsgenossen ist, desto öfter geht es erfolgreich Koalitionen gegen andere Männchen ein. Das Männchen, das im Herbst 2006 die engsten drei Bindungen in der beobachteten Gruppe hatte, ist stetig im Rang gestiegen und steht heute mit seinem besten Freund an der Spitze der Hierarchie“, so Schülke. Gleichzeitig haben Männchen, die nicht in Freundschaften investierten, stetig an Status verloren oder den Aufstieg nie geschafft.

Mit dem Aufstieg in der Hierarchie steigt auch die Anzahl der gezeugten Nachkommen und damit der Reproduktionserfolg sozial gut integrierter Männchen. Diesen Zusammenhang konnten die Wissenschaftler nun erstmals nachweisen, indem sie die genetische Vaterschaft anhand aus Kot gewonnener DNA-Proben analysierten.

Auch neue Erkenntnisse über menschliches Sozialverhalten?


Von ihren Ergebnissen erhoffen sich die Forscher auch Erkenntnisse über das menschliche Sozialverhalten. „Zusammen mit anderen neueren Studien lassen unsere Ergebnisse darauf schließen, dass die engen Sozialkontakte von Menschen ihre evolutionären Wurzeln außerhalb von verwandtschaftlichen Beziehungen haben. Dies könnte erklären, warum der Verlust von Freundschaften oder sozialer Integration beim Menschen ernsthafte gesundheitliche Probleme zur Folge haben kann“, so Schülke und Ostner. Die Wissenschaftler setzen ihre Beobachtung der Affengruppe auch in Zukunft fort.
(idw - Universität Göttingen, 19.11.2010 - DLO)
 
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