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Dienstag, 26.07.2016
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IEA: Subvention fossiler Energieträger ist Sackgasse

„World Energy Outlook“ prognostiziert zukünftige Entwicklung der Energienutzung

Der Bericht „World Energy Outlook“ der Internationalen Energieagentur (IEA) warnt vor einem deutlichen Anstieg des weltweiten Energieverbrauchs bis zum Jahr 2035, wenn keine grundlegende Änderung der globalen Energienutzung eintritt. Der Bericht zeigt unter anderem auf, dass der Abbau milliardenschwerer Subventionen für fossile Brennstoffe zugunsten einer stärkeren Förderung der erneuerbaren Energien langfristig wirtschaftliche Vorteile bringt.
CO2-Emittent Kraftwerk

CO2-Emittent Kraftwerk

Der WEO gilt als eine wichtige Referenz in der nationalen und internationalen energiepolitischen Diskussion. Das Standardwerk der Energiepolitik liefert aktuelle Projektionen bis 2035 zum weltweiten Energiebedarf, zu Energie-Produktion und zu Handel und Investitionen im Energiesektor. Erstmalig wird 2010 auch ein neues Szenario vorgestellt, das künftige Regierungsmaßnahmen im Hinblick auf eingegangene Verpflichtungen zu Klimaschutz und zu den wachsenden Unsicherheiten bei der Energieversorgung abschätzt.

Energieverbrauch steigt weiter an


„Die Geschwindigkeit der wirtschaftlichen Erholung nach der globalen Finanzkrise ist der Schlüssel für die nahfristige Entwicklung der Energieaussichten der nächsten Jahre, aber es wird die Reaktion der Regierungen auf die doppelte Herausforderung von Klimawandel und Energiesicherheit sein, die die Zukunft der Energie langfristig prägen wird“, so die Autoren des Berichts.

Ihren Berechnungen nach wird der globale Primärenergieverbrauch zwischen 2008 und 2035 selbst bei Berücksichtigung zusätzlicher energiepolitischer Fortschritte um 36 Prozent ansteigen. Fossile Brennstoffe, also Erdöl, Kohle und Erdgas, bleiben in allen Szenarien bis 2035 die dominierenden Energieträger. Der Anteil von Erdöl am Primärenergieverbrauch sinkt in diesem Zeitraum jedoch von 33 Prozent auf 28 Prozent. Der weltweite Anteil der Kernkraft steigt von sechs auf acht Prozent.

Politik entscheidend für Zukunft der Erneuerbaren


Der Anteil erneuerbarer Energien könnte sich im günstigsten Fall von heute sieben Prozent bis 2035 verdreifachen, in der Stromerzeugung könnten Wasser, Wind, Sonne und Co sogar ein Drittel aller Energiequellen ausmachen. Insbesondere in diesem Bereich sehen die Autoren jedoch die Regierungen und Politik in der entscheidenden Position, um technologische Impulse anzuregen und erneuerbare Energie preislich zu den konventionellen, vielfach hochsubventionierten Energiequellen konkurrenzfähig zu machen.


Klimaschutz fördert neue Technologien, hier eine Offshore-Windanlage

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Finanzielle Anreize und Hilfen nötig


„Obwohl Erneuerbare immer wettbewerbsfähiger werden, wenn die Preise für fossile Brennstoffe steigen und die Technologien der Energieproduktion reifen, wird sich der Beitrag der staatlichen Unterstützung noch erhöhen müssen“, so der Bericht. „Wir schätzen, dass die staatlichen Unterstützungen sich im Jahr 2009 weltweit auf 37 Milliarden US-Dollar für Elektrizität aus erneuerbaren Energien und rund 20 Milliarden für Biotreibstoffe beliefen.“ Um bis 2035 ein Drittel der Gesamtenergieproduktion zu erreichen, müsste die Unterstützung auf 205 Milliarden US-Dollar absteigen, die entspricht 0,17 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts.

Subventionen für fossile Brennstoffe müssen abgebaut werden


Die Mittel für diese Förderung könnten jedoch ohne Probleme aus der bisherigen Subventionierung der fossilen Brennstoffe umgewidmet werden, so die Autoren. „Subventionen dieser Brennstoffe, die in vielen Ländern noch immer alltäglich sind, resultieren in einer ökonomisch ineffizienten Verteilung von Ressourcen und in Marktverzerrungen, die oft ihre eigentlichen Ziele verfehlen.“ Weltweit flossen im Jahr 2009 für die Produktion von Primärenergie und Strom aus fossilen Brennstoffen 312 Milliarden US-Dollar an Subventionen. „Diese Subventionen für fossile Brennstoffe zu stoppen hätte einen dramatischen Effekt auf die globalen Energiegleichgewichte und würde die Energiesicherheit erhöhen, die Emissionen von Treibhausgasen und Luftverschmutzung senken und zudem wirtschaftliche Vorteile bringen“, so der Fazit des Berichts.
(OECD/ IEA, 12.11.2010 - NPO)