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Mittwoch, 20.09.2017
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Antikörper gegen Krankenhauskeime

Neue Waffe gegen Infektionen mit multirestientem Staphylococcus aureus in Sicht

Immer mehr Krankheitserreger werden gegen gängige Antibiotika resistent, der Medizin gehen die Mittel gegen die Keime aus. Doch jetzt haben Wissenchaftler eine neue Waffe entwickelt – einen Antikörper. Er hilft dem Immunsystem im Kampf gegen den Krankenhauskeim Staphylococcus aureus, einen der häufigsten multiresistenten Erreger. In Versuchen an Mäusen bereits erfolgreich, soll er nun für den Einsatz am Menschen umgebaut werden.
multirresistente Stapylococcus aureus (MRSA)

multirresistente Stapylococcus aureus (MRSA)

Jährlich erkranken in Deutschland bei Krankenhausaufenthalten etwa eine halbe Million Menschen an einer Infektion. Einer der häufigsten Erreger unter den sogenannten Krankenhauskeimen ist Staphylococcus aureus. Er wird schnell resistent gegen Antibiotika und ist dadurch eine große Gefahr besonders für kranke und geschwächte Menschen. Um die dadurch hervorgerufenen Erkrankungen erfolgreich bekämpfen zu können, brauchen Mediziner daher vor allem Behandlungsmethoden, die ohne die üblichen Antibiotika auskommen. Eine Möglichkeit dazu bietet die Therapie mit Antikörpern.

Antikörper sind wichtige Waffen des Immunsystems: Die Eiweiße heften sich an fremde Moleküle und markieren sie so zum Beispiel für die Beseitigung durch Fresszellen. Wissenschaftler vom Braunschweiger Helmholtz- Zentrum für Infektionsforschung (HZI) haben jetzt einen Antikörper entwickelt, der gezielt gegen Staphylococcus aureus wirkt. Kollegen der Universität Würzburg haben den neuen Antikörper anschließend an Mäusen getestet und festgestellt, dass er das Potenzial für einen therapeutischen Antikörper besitzt.

„Es ist uns gelungen, bei Mäusen mit der Hilfe von Antikörpern einen Abwehrmechanismus gegen Staphylococcus-Erreger zu aktivieren“, erklärt Udo Lorenz von der Chirurgischen Klinik I der Universität Würzburg. Mithilfe des Antikörpers kann das Immunsystem der Mäuse dreißig Prozent mehr Erreger abtöten als ohne. Dies sei ein „ganz dramatischer Vorteil, der den Unterschied zwischen Sterben und Überleben ausmachen kann“, sagt Lorenz.


Da der Antikörper bisher jedoch nur in Mäusen eingesetzt wurde, sollen nun klinische Versuche seine Eignung für die Behandlung von menschlichen Patienten zeigen. Damit das menschliche Immunsystem den Antikörper nicht abstößt, müssen ihn die Forscher allerdings zuerst umbauen. Wenn diese „Humanisierung“ des Antikörpers wie erwartet verläuft, rechnet Lorenz für Ende 2012 mit dem Beginn der ersten Studien im Menschen.
(Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, 10.11.2010 - NPO)
 
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