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Mittwoch, 24.05.2017
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Aids lehrt Schulen

In Afrika froht eine HIV-bedingte Bildungskrise

Weil in Afrika viele Lehrer bereits HIV-infiziert sind, könnte ein Zusammenbruch des Schulsystems drohen. Ausgehend von neuen Informationen aus den am schwersten betroffenen Ländern hat dies die Welthungerhilfe jetzt betont. Aids verhindere nicht nur, dass Kinder in die Schule gehen, weil sie ihre kranken Eltern und Geschwister pflegen müssen oder weil ihre Eltern sterben und sie sich selbst versorgen und arbeiten müssen. Ein weniger bekannter Aspekt der Bildungskrise in Afrika sei der absehbare Lehrermangel in naher Zukunft, da auch viele Lehrer mit dem HI-Virus infiziert sind.
Kinder in Afrika

Kinder in Afrika

In Mosambik warnte Premierminister Pascoal Mocumbi bereits kürzlich vor einem Zusammenbruch des Schulsystems. 17 Prozent aller Lehrer in Mosambik sind HIV-positiv. Damit liegt die HIV/Aids-Rate bei Lehrern rund vier Prozent höher als im Durchschnitt der Bevölkerung. Genauso beunruhigende Zahlen liefert eine Studie in Simbabwe: Dort sind 19 Prozent der Lehrer und fast 29 Prozent der Lehrerinnen mit dem Virus infiziert. Da eine HIV-Infektion in Afrika innerhalb von 15 bis 20 Jahren zum Tod führt, bedeutet dies, dass mittelfristig ein Drittel der Lehrerinnen und ein Fünftel der Lehrer sterben werden.

Ländliche Gebiete besonders betroffen
Besonders schwerwiegend sind die Folgen von Aids für das Bildungssystem auf dem Land, wo an Schulen häufig nur ein oder zwei Lehrer unterrichten. Erkrankt dort ein Lehrer an Aids, fällt der Unterricht vollständig aus. Die betroffenen Schulkinder haben dann häufig keine Chance, das nötigste Grundwissen, wie Lesen, Schreiben und Rechnen, zu lernen. In vielen afrikanischen Ländern gibt es schon heute nicht genügend qualifizierte Lehrkräfte, um die Personalausfälle aufgrund von HIV/Aids auszugleichen. Swasiland muss beispielsweise in den nächsten 17 Jahren 13.000 Lehrer ausbilden, um die Lehrerzahl von 1997 zu halten. Ohne Aids wären es nur 6.000.

Bildungsdefizite vor allem bei Aids-Waisen
Neben dem drohenden Lehrermangel gibt die hohe Zahl von Aids-Waisen Anlass zur Sorge. Schon heute leben in Afrika südlich der Sahara elf Millionen Kinder, die ein Elternteil oder beide Eltern aufgrund von Aids verloren haben. Bis zum Jahr 2010 werden es Prognosen zufolge 20 Millionen sein. Diese Kinder haben häufig gar keine Schulausbildung, da sie arbeiten müssen und nicht in der Lage sind das Schulgeld zu bezahlen.


Die Aids-Epidemie schädigt so die Bildungschancen für Kinder zusätzlich. Dabei ist Afrika schon heute der Kontinent mit der höchsten Analphabetenrate weltweit. In der Folge dieser Defizite wird HIV/Aids sich auch nachhaltig negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region auswirken: Viele Arbeitskräfte sterben bereits heute aufgrund von Aids und große Teile der nachkommenden Generation wird mangelhaft qualifiziert sein.
(DWH, 23.07.2004 - NPO)
 
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