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Dienstag, 24.01.2017
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Paketbomben: Frühwarnung ist möglich

Neue Technologie riecht winzigste Sprengstoffspuren sofort

Vor Paketbomben, wie sie momentan weltweit auftauchen, ist eine frühzeitige Warnung möglich: Österreichische Forscher haben einen „Sprengstoff-Schnüffler“ entwickelt, der bereits einzelne Moleküle von explosiven Stoffen, wie beispielsweise dem Pentaerythrityltetranitrat (PETN) aufspüren kann. Damit könnten jene Sicherheitslücken geschlossen werden, die derzeit weltweit wieder für Terrorangst sorgen.
Harmlos oder Bombe?

Harmlos oder Bombe?

In letzter Zeit sorgt eine Serie von Paketbomben mit Sprengstoff in Europa und den USA für Sorge und Angst – und deckt gravierende Sicherheitslücken im Frachtverkehr auf. In Frachtgut aus dem Jemen wurde der hochexplosive Sprengstoff Pentaerythrityltetranitrat (PETN) entdeckt, geschickt per UPS an Ziele in den USA. Wenig später folgten Briefbomben aus Griechenland, von dene eine unter anderem im Bundeskanzleramt gefunden wurde – gerade noch rechtzeitig.

„Sprengstoff-Schnüffler“ findet PETN in Echtzeit


Wissenschaftler des Instituts für Ionenphysik und Angewandte Physik sowie des Spin-off-Unternehmens Ionicon Analytik in Innsbruck haben jetzt ein neues, mobiles Analysyegerät entwickelt, dass solche Sprengstoffe in Paketen orten kann. „Der neue Gefahren-Spion reagiert bereits auf einzelne Moleküle gefährlicher Substanzen in der Luft, die von solchen Paketen ausgehen. Er kann Sprengmittel, wie das zur Nitrogylzerin-Familie zählende Pentaerythrityltetranitrat (PETN) in Echtzeit, das heißt sofort, detektieren“, erklärt der Physiker Professor Tilmann Märk von der Universität Innsbruck.

Ein Teilchen pro 10.000 Milliarden reicht


Das Innenleben des neuen „Schnüfflers“ basiert auf Protonen-Tausch-Reaktions-Massenspektrometrie (PTR-MS). Die Masse von Teilchen wird bei diesem Verfahren im Verhältnis zu ihrer elektrischen Ladung bestimmt. Einzelne, in der analysierten Luft enthaltene Substanzen können so schnell und einfach nachgewiesen und auch sicher identifiziert werden. „Eines unter 10.000 Milliarden Teilchen in der Luft ist für den Nachweis und die Erkennung eines bedenklichen Stoffes ausreichend. Das gilt auch für chemische Kampfstoffe und weitere gefährliche Substanzen oder Drogen. Sicherheitsbehörden könnten durch den Einsatz solcher Schnüffler sofort wegen Terrorgefahr Alarm schlagen“, betont Märk.

Einsatz bereits beim Militär


Das neue Gerät ist extremst empfindlich und im mobilen Einsatz äußerst präzise. Eingesetzt wurde es bisher in militärischen Einrichtungen, der Umweltforschung und der Lebensmittelkontrolle. Die Analyse ist so ausgefeilt, dass auch Stoffe ähnlicher Struktur und Zusammensetzung unterschieden werden können. Der Anzahl der untersuchten Stoffe sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Dies zeigen auch die Ergebnisse umfangreicher internationaler Tests, die die österreichischen Wissenschaftler in Kooperation mit Einrichtungen, die Sprengmittel oder chemische Kampfstoffe verwenden dürfen, durchgeführt haben. Das Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik in Innsbruck arbeitet bei diesen Entwicklungen mit den Universitäten New York und Birmingham zusammen.
(Universität Innsbruck, 08.11.2010 - NPO)
 
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