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Donnerstag, 25.05.2017
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Tropen-Tiere leiden am meisten unter dem Klimawandel

Die größte Erderwärmung gibt es im Norden, den größten Einfluss hat sie in den Tropen

Die größte Erderwärmung gibt es zwar im Norden, den größten Einfluss hat der Klimawandel jedoch auf das Leben in den Tropen. Dies hat ein internationales Forscherteam jetzt im Wissenschaftsmagazin „Nature“ postuliert.
Tropisches Tier

Tropisches Tier

Viele biologische Veränderungen der nördlichen Hemisphäre – vom Artensterben bis hin zu Verschiebungen der geographischen Barrieren – wurden in den letzten Jahrzehnten der globalen Erwärmung zugeschrieben. Diese Entwicklung hatten Forscher erwartet, da die globale Erwärmung in den nördlichen gemäßigten Zonen und der Arktis am schnellsten voranschreitet.

Amerikanische Wissenschaftler haben nun zusammen mit ihren Kollegen am Tübinger Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie entdeckt, dass die Temperaturzunahme in den Tropen zwar geringer ist, sie dort jedoch einen weit größeren Einfluss auf die Tier- und Pflanzenwelt haben könnte als im kühleren Norden.

Hypothese auf den Kopf gestellt


In der neuen Studie konzentrierten sich die Forscher auf wechselwarme Tiere, wie Reptilien, die ihre Körpertemperatur der Umgebungstemperatur anpassen. Max-Planck—Wissenschaftler George Wang und sein Kollege Michael Dillon von der Universität in Wyoming bedienten sich der fast 500 Millionen Temperaturmessungen von mehr als 3.000 Klimastationen weltweit um die Erwärmung von 1961 bis 2009 auszuwerten. Diese Daten wurden vom Klimazentrum der Nationalen Ozeanischen und Atmosphärischen Verwaltung (NOAA) in den USA aufgezeichnet.


Die Daten decken sich den Wissenschaftlern zufolge mit weiteren jüngst erstellten Studien: Die Temperaturen in der Arktis stiegen im Vergleich zu den Tropen am schnellsten. Daraufhin untersuchten die Wissenschaftler die Auswirkungen auf den Metabolismus der Tiere. „Wir erwarteten, dass die physiologischen Veränderungen, ebenso wie bei den Temperaturen, in den arktischen Zonen am stärksten ausgeprägt sind“, erzählt Dillon. „Doch unsere Daten stellten unsere Hypothese auf den Kopf.“

Auswirkungen der Erderwärmung bei Tropen-Tieren größer


Die Stoffwechselveränderungen, vor allem der Tiere, deren Metabolismus temperaturabhängig ist, sind den Forschern zufolge der Schlüssel, um den Einfluss der Klimaänderung zu verstehen. „Ein erhöhter Stoffwechsel benötigt mehr Nahrung und mehr Sauerstoff“, erläutert Raymond Huey, Biologieprofessor an der Universität von Washington. „Wenn ein Lebewesen mehr Zeit für das Essen aufbringen und Energie-schonender leben muss, hat es weniger Zeit und Energie für die Reproduktion.“

Die Stoffwechselrate sagt viel über die Lebensintensität aus. Bei wechselwarmen Tieren nimmt sie umso schneller zu, je wärmer es wird. So stellten die Wissenschaftler fest, dass die Auswirkungen der Erderwärmung bei Tieren in den Tropen größer sind als auf die der Arktis. „Nur weil die Temperaturzunahme in den Tropen geringer ist, bedeutet das nicht, dass die biologischen Einflüsse auch gering sein müssen“, erklärt Huey. „Alle unsere Studien deuten auf das Gegenteil hin.“

Körpertemperatur über dem Optimum?


Frühere Studien der Universität Washington zeigen sogar, dass die globale Erwärmung dazu führen kann, dass die Körpertemperatur tropischer Tiere über ihrem Optimum liegt. Dieser Zustand, ähnlich einem Fieber, führt zu permanentem, körperlichem Stress. Lebewesen in gemäßigten und arktischen Regionen sind nach Angaben der Forscher dagegen in der Lage viel größere Temperaturänderungen zu tolerieren, da sie bereits durch die saisonalen Schwankungen daran gewöhnt sind.
(idw - Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, 20.10.2010 - DLO)
 
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