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Freitag, 20.01.2017
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Zu Fuß gehen senkt Demenzrisiko

Körperliche Aktivität im mittleren Alter vermindert später Schrumpfen des Gehirns

Wer häufig zu Fuß geht, hält nicht nur seinen Körper fit sondern auch sein Gehirn: Eine jetzt im Fachmagazin „Neurology“ erschienene Studie belegt, dass zehn bis 15 Kilometer Fußmarsch pro Woche bei Menschen mittleren Alters schon ausreichen, um das spätere Demenzrisiko um bis zu 40 Prozent zu senken und dem altersbedingten Schrumpfen des Gehirns Einhalt zu gebieten.
Zu Fuß gehen hält das Gehirn fit

Zu Fuß gehen hält das Gehirn fit

Gegen Gedächtnisschwund im Alter hilft nicht nur Gehirntraining, auch körperliche Bewegung entpuppt sich immer mehr als probates Mittel gegen die Vergesslichkeit. Schon vor einigen Jahren stellten skandinavische Forscher fest, dass ein Training zwei Mal die Woche das Alzheimer-Risiko um bis zu 60 Prozent senken kann. Jetzt haben amerikanische Forscher herausgefunden, dass sogar schon das normale zu Fuß gehen einen Unterschied machen kann.

Eine Woche lang Häuserblocks zählen


Für die Studie ließen die Wissenschaftler 299 gesunde Menschen mittleren Alters eine Woche lang aufschreiben, wie viele Häuserblocks weit sie in dieser Zeit gelaufen waren. Dann, neun Jahre später, kontaktierten sie die Probanden erneut und baten sie zu einem MRT, einer hochauflösenden Aufnahme ihres Gehirns. Aus diesem ermittelten sie das jeweilige Hirnvolumen - und vor allem das der wichtigen „grauen Zellen“, des Teils der Großhirnrinde, der für die kognitiven Leistungen entscheidend ist.

Schutz vor Hirnschrumpfung


Das Ergebnis nach neun Jahren: Bei den Menschen, die im mittleren Alter pro Woche mindestens 72 Blocks zu Fuß zurückgelegt hatten, das entspricht in etwa zehn bis 15 Kilometern, war das Volumen an grauer Gehirnsubstanz größer als bei denjenigen, die sich deutlich weniger bewegten. Das Gehirn der Fußgänger war weniger stark geschrumpft. Strecken länger als 15 Kilometer schienen allerdings das erhaltene Volumen nicht weiter zu vergrößern.


„Die Gehirngröße nimmt im späten Erwachsenenalter ab und dies kann Gedächtnisprobleme verursachen“, erklärt Kirk I. Erickson von der Universität von Pittsburgh. „Unsere Ergebnisse zeigen dass gut durchdachte Versuche mit körperlichem Training für ältere Erwachsene ein viel versprechender Ansatz für die Vorbeugung von Demenz und Alzheimer sein können.“

40 Prozent geringeres Demenzrisiko


Weitere vier Jahre später führten die Forscher an ihren Probanden Tests durch um festzustellen, wer in der Zwischenzeit erste Anfänge von Gedächtnisstörungen oder Demenz entwickelt hatte. Insgesamt war dies bei 116 der Versuchspersonen der Fall, das entspricht 40 Prozent. Auffallend auch hier: Die Fußgänger waren deutlich weniger betroffen als sich weniger stark bewegende Freiwillige. Die eifrigsten von ihnen senkten ihr Risiko etwa um die Hälfte.

„Wenn regelmäßige Bewegung in der Lebensmitte die Gehirngesundheit verbessert und Denken und Gedächtnis im späteren Leben stärkt, dann wäre das ein Grund mehr, dieses regelmäßige Training für Menschen allen Alters stärker in der öffentlichen Gesundheitsfürsorge zu fördern“, so Erickson.
(American Academy of Neurology, 14.10.2010 - NPO)
 
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