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Dienstag, 23.05.2017
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„Luft-Detektiv“ statt Nacktscanner?

Ultraempfindliches Gerät spürt gefährliche Stoffe präzise auf

Forscher aus Österreich haben eine hochsensible Technologie entwickelt, die alternativ zum Nacktscanner einsetzbar ist. Das ultraempfindliche Analysegerät spürt gefährliche Stoffe in geringster Konzentration sofort in der Luft auf.
Ultraempfindliches Analysegerät

Ultraempfindliches Analysegerät

Sein Einsatz ist für die Gesundheit und die Privatsphäre unbedenklich, erklären die Wissenschaftler des Instituts für Ionenphysik und Angewandte Physik der Universität Innsbruck sowie des Spin-off Unternehmens Ionicon Analytik in Innsbruck.

Ultraempfindliches Analysegerät


„Unsere Technologie kann sich jeder als eine Art ‚Luft-Detektiv‘ vorstellen. Sobald winzigste Konzentrationen von Sprengmitteln, chemischen Kampfstoffen oder weiteren gefährlichen Substanzen auftreten, schlägt zeitgleich als technischer Kriminalist unser ultraempfindliches Analysegerät an“, erklärt der Physiker Professor Tilmann Märk.

Und weiter: „Es reagiert bereits auf Ebene einzelner Moleküle, kann daher frühzeitigst Gefahren aufspüren, womit unverzüglich Schutzmaßnahmen ergriffen werden können.“ Mögliche Gesundheitsrisiken oder Bedenken hinsichtlich der Verletzung der Intimsphäre bestehen laut Märk beim Einsatz des Luft-Detektives nicht.


High-Tech mit „Riecher“ für Gefahren


Das als Alternative zum Nacktscanner einsetzbare Gerät basiert auf Protonen-Tausch-Reaktions-Massenspektrometrie (PTR-MS). Dieses Verfahren ermöglicht die Bestimmung der Masse von Teilchen im Verhältnis zu ihrer elektrischen Ladung. Aus diesen Verhältnissen können die einzelnen, in der analysierten Luft enthaltenen Substanzen einfach nachgewiesen und identifiziert werden.

Das auf dieser Basis entwickelte Gerät ist den Wissenschaftlern zufolge daher extrem empfindlich und dennoch äußerst präzise. Eines unter 10.000 Milliarden Teilchen in der Luft ist für den Nachweis und die Erkennung eines bedenklichen Stoffes ausreichend.

Internationale Tests erfolgreich


Die Analyse ist so fein, dass es auch gelingt, Substanzen mit ähnlicher Struktur noch unterscheiden zu können, wobei der Zahl der untersuchten Stoffe kaum Grenzen gesetzt sind, dafür muss der Scanner lediglich entsprechend eingestellt werden.

Dies zeigen auch die Ergebnisse umfangreicher internationaler Tests, die die österreichischen Wissenschaftler in Kooperation mit Einrichtungen, die Sprengmittel oder chemische Kampfstoffe verwenden dürfen, durchgeführt haben.
(Universität Innsbruck/Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik, 04.10.2010 - DLO)
 
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