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Samstag, 11.02.2012
Buckel-Dinosaurier verblüfft Forscher
Fossiler Fleischfresser mit einzigartigem Rücken-Auswuchs und ersten Protofedern
In Zentralspanien haben Forscher ein extrem ungewöhnliches Fossil eines fleischfressenden Dinosauriers mit Buckel entdeckt. Das jetzt in „Nature“ beschriebene 125 Millionen Jahre alte Relikt trägt einen einzigartigen Auswuchs am unteren Rücken. Seine Unterarmknochen weisen zudem Höcker auf, die bei Vögeln normalerweise der Verankerung der Schwungfedern dienen. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte dies ein Indiz für eine der frühesten Ausprägungen nicht-schuppiger Hautanhänge bei Dinosauriern sein.

Concavenator corcovatus
Concavenator corcovatus
© Raúl Martín Concavenator corcovatus
Carcharodontosaurier waren mit mehr als acht Tonnen Gewicht und einer Länge von mehr als 13 Metern mit die größten Dinosaurier der Kreidezeit. Wegen ihres furchteinflößenden Gebisses nach Carcharodon, dem Weißen Hai, benannt, gehörten sie zusammen mit dem in Nordamerika beheimateten Tyrannosaurus rex und dem südamerikanischen Giganotosaurus zu den gewaltigen Fleischfressern ihrer Ära. Bisher allerdings waren fossile Relikte von Carcharodontosauriden nur in Afrika, auf dem Gebiet der heutigen Sahara gefunden worden.

Jetzt hat ein spanisches Forscherteam unter Leitung von Francisco Ortega von der Universität Madrid erstmals ein Skelett eines solchen Carcharodontosauriers auch in Spanien entdeckt. Die feinen Kalksteinsedimente der Fundstätte Las Hoyas in der zentralspanischen Provinz Cuenca haben die rund 125 Millionen Jahre alten Knochen nahezu vollständig konserviert. Das mit sechs Metern Länge mittelgroße Fossil gehört einer bisher unbekannten, vermutlich primitiven Gattung der Carcharodontosauriden an und zeigt überdies einige extrem ungewöhnliche Merkmale.

125 Millionen Jahre alte Knochen
125 Millionen Jahre alte Knochen
© Santiago Torralba 125 Millionen Jahre alte Knochen
Buckel einzigartig bei den Dinos
So erweist sich der neue Fund als erster Dinosaurier überhaupt mit einem ausgeprägten Buckel auf dem Rücken. Die Dornfortsätze des elften und zwölften Rückenwirbels sind um das Fünffache verlängert und bilden einen fast spitz zulaufenden Auswuchs am unteren Rücken des Tieres. Nach ihm benannten die Forscher auch die neue Art als Concavenator corcovatus – den „buckeligen Jäger von Cuenca“.

Ungewöhnlich an dem „Buckel“ ist vor allem die Beschränkung dieser Auswüchse auf nur zwei Wirbel. Andere bekannte Dinosaurierformen, wie beispielweise Spinosaurus, besitzen zwar ebenfalls verlängerte Wirbelfortsätze, bei diesen erstrecken sich diese jedoch über den gesamten Rücken und bilden eine Art Kamm. „Diese verlängerten Neurapophysen wurden größtenteils als Strukturen zur Thermoregulation, Energiespeicherung oder sogar Zurschaustellung angesehen”, erklären die Forscher. „Aber die abrupte, hohe und einzigartige Struktur des Concavenator hat keine Analogien dazu, ihre Funktion ist noch unklar.“

Untersuchung des Concavenator-Fossils
Untersuchung des Concavenator-Fossils
© Francisco Ortega Untersuchung des Concavenator-Fossils
Besaß Concavenator bereits Protofedern?
Ein weiteres ungewöhnliches Merkmal ist eine Reihe von knubbeligen Erhebungen an der Außenseite der Elle, einem der beiden Unterarmknochen des Concavenator. Bei Vögeln dienen solche Knubbel in der Knochenwand normalerweise als Ansatzstellen für die Federwurzeln der Schwungfedern. Die Verankerung am Knochen gibt den Schwingen beim Flug die nötige Stabilität. Aber warum besaß der Dinosaurier diese Strukturen?

Nach Ansicht der Forscher ist dies ein Indiz dafür, dass auch der Concavenator bereits eine nicht-schuppige Körperbedeckung besessen haben könnte, möglicherweise sogar bereits fädige Protofedern. Dann wäre diese Art der früheste Vertreter unter den theropoden Dinosauriern mit solchen nicht-schuppigen Anhängen. „In jedem Fall zeigt Concavenator, dass die Kombination von Schuppen und nicht-schuppigen Hautanhängen, wie sie noch beim heutigen Geflügel vorhanden ist, bereits in den großen theropoden Dinosauriern vor knapp 130 Millionen Jahren existierte“, so die Autoren in ihrem Artikel.
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