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Samstag, 11.02.2012
Stippvisite in der Eisfabrik der Arktis
Meeresforscher brechen zur 17. Expedition in die Laptev-See auf
Die Auswirkungen des Klimawandels auf das Meereis in der Arktis stehen im Mittelpunkt der 17. Reise deutscher und russischer Wissenschaftler in die nordsibirische Laptev-See. Die vierwöchige Sommerexpedition mit dem Forschungsschiff „NIKOLAY EVGENOV“ in das Randmeer des Nordpolarmeers beginnt am 1. September 2010.

Laptev See-Polynja
Laptev See-Polynja
© Heidemarie Kassens / IFM-GEOMAR Laptev See-Polynja
Die Arktis nimmt großen Einfluss auf das globale Klima der Erde. Mit zunehmender Besorgnis beobachten Wissenschaftler, dass das Ausmaß und die Geschwindigkeit des Klimawandels in der Arktis besonders stark zunehmen. So hat die Meereisbedeckung in den Sommermonaten in den letzten 30 Jahren um fast 40 Prozent abgenommen.

Projekt Laptev-See-Polynja
„In dem Projekt Laptev-See-Polynja führen wir schon seit mehreren Jahren Messungen in der nordsibirischen Laptev-See durch, um die langzeitigen klimatischen Veränderungen in der Meereisbedeckung zu erforschen“, sagt Projektleiterin Heidemarie Kassens vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR).

Die deutsch-russische Expedition „TRANSDRIFT XVII“, die am 1. September im russischen Hafen Tiksi startet, ist Teil dieses Projekts Laptev-See-Polynja. Insgesamt 19 Mitarbeiter des AARI - Arctic and Antarctic Research Institute, St. Petersburg, Russland -, der Staatlichen Universität St. Petersburg, des Lena Delta Reservats sowie des Alfred-Wegener Instituts für Polar- und Meeresforschung und sechs Forscher des Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) werden an der Expedition teilnehmen.

Forscher bergen Langzeit-Meeresobservatorien
Das Team wird bis Anfang Oktober mit dem russischen Forschungsschiff NIKOLAY EVGENOV im Nordpolarmeer unterwegs sein. Während der Expedition werden fünf im September 2009 ausgesetzte Langzeit-Meeresobservatorien in der Laptev-See und im westlich davon gelegenen Sankt Anna Trog an Bord geholt. Mit der Bergung der Instrumente erhalten die Wissenschaftler Messwerte vom gesamten letzten Jahr zur Auswertung.

Anschließend werden die Verankerungen wieder ausgelegt, um die Messungen fortzuführen. Zudem nehmen die Forscher an mehr als 50 Positionen mit einem Kranzwasserschöpfer biologische und meereschemische Wasserproben.

Eisproduktion in der Arktis lässt nach
„Unsere bisherigen Untersuchungen weisen schon jetzt auf eine deutliche Abnahme der Eisproduktion in der Arktis hin. Prognosen zeigen, dass sich dieser Vorgang noch beschleunigen wird“, so Kassens. Doch weitere Beobachtungen sind notwendig, um die Entwicklungen besser einschätzen zu können.
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