| Droht "Land unter" am Niederrhein? |
| Neue Daten enthüllen Gefährdungspotenzial |
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Hochwasser wird es immer geben. Dass daraus Katastrophen werden, soll ein verstärktes Risikomanagement verhindern. Doch Ingenieure und Wissenschaftler der Universität Bochum warnen: Größer als an der Elbe sei das Gefährdungspotenzial in den Überflutungsgebieten des Niederrheins.
 | | Rhein bei Duisburg © Stadt Duisburg | Sind Hochwasser in den deutschen Flussgebieten im Winterhalbjahr nichts Ungewöhnliches, so treten sie in manchen Regionen selten auf und wenn, dann im Sommer mit gravierenden Folgen. Ein solches Regime extremer Sommerhochwasser kann in das "normale" Hochwassergeschehen im Winterhalbjahr "heimlich" eingebettet sein und schlägt sich etwa bei Beobachtungszeiträumen von etwa 50 Jahren kaum in der statistischen Analyse nieder. Die Risikoabschätzung erschweren weitere Hochwassertypen wie Sturzflut und Flussüberschwemmung, die ebenfalls in der Häufigkeit ihres Auftretens variieren.
Überflutungshöhen bis zu zwölf Metern möglich
Größer als an der Elbe sei das Gefährdungspotenzial im deichgeschützten Überflutungsgebiet des Niederrheins, warnen die Experten. Im Falle eines Deichversagens würde der Lebensraum von 560.000 Menschen bis zu einer Wassertiefe von etwa zwei Metern überflutet. Im Vergleich dazu waren an der Elbe rund 400.000 Menschen betroffen. Allein die baulichen Schäden einer solchen Katastrophe lägen bei 20 Milliarden Euro, mehr als dem doppelten des Augusthochwassers von 2002. Hinzu kommt, dass durch den Bergbau ein Teil des Überflutungsgebietes abgesenkt wurde: Das Umland liegt bis zu zwölf Meter tiefer als die Rheindeiche. Wenn diese auch weitaus stärker ausgebaut sind als die Deiche an der Elbe, liegt das Risiko der einmaligen Überschwemmung innerhalb von hundert Jahren immer noch bei 18 Prozent.
Vom Nutzen einer Katastrophe
Da ein Hochwasser vom Ausmaß des Jahres 2002 an der Elbe bis dato nicht erfasst wurde, konnte es auch nicht in die statistische Verteilungsfunktion einfließen. Jetzt haben die Bochumer Ingenieure die Daten des Augusthochwassers 2002 einbezogen und für den Freistaat Sachsen neue statistische Analysen durchgeführt, das Hochwasser hinsichtlich seiner Ursachen und Abläufe ausgewertet, die Belastung und Steuerung der Talsperren und Hochwasserrückhaltebecken analysiert und somit die Voraussetzungen für ein Risikomanagement extremer Hochwasser geschaffen. Ziel ist es, den Scheitel einer Hochwasserwelle zu kappen und damit den Abfluss auf ein Maß zu beschränken, das zu keiner Katastrophe führt.
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| (RUB, 16.07.2004 - NPO) |
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