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Montag, 29.05.2017
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Funk-Etikett aus Holz hilft bei der Fortwirtschaft

RFID aus Papier und Lignin soll Holz-Logistik optimieren

Funk-Etiketten auf Holzbasis könnten künftig die Logistikprozesse in der Forstwirtschaft optimieren. Die RFID-Transponder bestehen aus Papier und dem Pflanzenbestandteil Lignin. So stören sie nicht bei der Verarbeitung der Stämme und ermöglichen es dennoch, komplette Lkw- Fuhren mit Rundholz zu erfassen.
Beim Durchfahren des Reader-Gates wird die LKW-Ladung mit Rundholz erfasst.

Beim Durchfahren des Reader-Gates wird die LKW-Ladung mit Rundholz erfasst.

Waldspaziergängern sind sie bestens bekannt, die farbigen Markierungen auf den Baumstämmen, die längs der Forstwege auf ihren Abtransport warten. Zu deuten wissen sie freilich nur Eingeweihte. „Im Prinzip hat jeder Förster oder Waldbesitzer sein eigenes Kennzeichnungssystem“, stellt Mike Wäsche vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg fest. Der Wirtschaftsinformatiker will die Markierungen durch einheitliche RFID-Transponder, sprich Funk-Etiketten, ersetzen. Daten wie Herkunft, Qualität, Menge und Bestimmungsort der Stämme müssten dann nur noch einmal erfasst werden. Außerdem lässt sich das Holz schnell und sicher zuordnen, was die Abrechnung beschleunigt und die Abfuhrkontrolle vereinfacht.

RFID-Kennzeichnung auch für Industrieholz


Zwar wird hochwertiges Stammholz für Möbel oder Parkett häufig schon mit Nummernplättchen oder Funk-Etiketten gekennzeichnet. Die Projektpartner wollen jedoch eine praktikable Lösung, die sich zum Kennzeichnen aller Holzsorten eignet – auch der gut zehn Millionen Kubikmeter Industrieholz, die jährlich in Deutschland anfallen. Industrieholz wird aufgefasert und zu Zellstoff, Papier oder Holzwerkstoff-Platten verarbeitet. „Die Gewinnmargen in diesem Sektor sind gering, deshalb dürfen die eingesetzten RFID-Transponder weder viel kosten, noch bei der weiteren Verarbeitung des Holzes stören“, betont Projektleiter Wäsche.

Funk-Etikett aus Papier und Lignin


Das Team am IZM hat daher einen Transponder auf Holzbasis entwickelt: Mit Ausnahme der Antenne besteht der „Tag“ aus Papier und Lignin. Das harzartige Polymer fällt in großen Mengen bei der Gewinnung von Cellulose aus Holz an. „Der Metallanteil des Transponders liegt weit unter dem, was
sonst an Verunreinigungen im und am Holz üblich ist“, erklärt Christine Kallmayer, vom Fraunhofer- Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM. Um die Kosten gering zu halten, wird auf den Funk-Etiketten nur ein Zahlencode gespeichert. Alle weiteren Informationen sind in denVerwaltungs- und Abrechnungssystemen der einzelnen Akteure hinterlegt.


Auslesen im Vorbeifahren


Ausgelesen werden die Tags im Vorbeifahren: Bei der Anlieferung am Werk passiert der LKW samt Ladung ein Reader- Gate. Alle angelieferten Stämme werden noch auf dem Fahrzeug im Pulk erfasst. Pro LKW-Ladung reichen theoretisch ein bis zwei RFID-Transponder, um alles eindeutig zu identifi zieren. Stammt das Holz einer Fuhre von mehreren Lieferanten, muss für eine sichere Zuordnung mindestens jeder zwanzigste beziehungsweise jeder dreißigste Stamm gekennzeichnet werden – je nachdem, wie groß die einzelnen Chargen sind.

Am Projekt beteiligt sind neben den Fraunhofer-Instituten IFF und IZM auch die Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei sowie weitere Partnern aus der Forstwirtschaft.
(Fraunhofer-Gesellschaft, 05.08.2010 - NPO)
 
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