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Donnerstag, 25.05.2017
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Zwei-Grad-Klimaschutzziel: Wie viel müssen wir reduzieren?

Neue Modellrechnungen ermitteln nötige Treibhausgasreduktionen bis 2100

Welche Emissionen können wir uns noch erlauben, um die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen? Dieser Frage sind Klimaforscher im Rahmen des EU-Projekts ENSEMBLES nachgegangen. Ihr jetzt in der Fachzeitschrift „Climatic Change“ erschienenes Ergebnis: Von einem Maximalwert von rund zehn Gigatonnen Kohlenstoff im Jahr 2015 müssen die Emissionen um 56 Prozent bis zum Jahr 2050 und um fast 100 Prozent gegen Ende dieses Jahrhunderts reduziert werden.
Treibhausgasemissionen

Treibhausgasemissionen

Hintergrund für die neue Studie ist das politische Ziel der EU, die durch den Menschen verursachte globale Erwärmung auf maximal zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Um herauszufinden, ob und in welcher Form dies möglich ist, testeten Erich Roeckner und seine Kollegen am Max-Planck- Institut für Meteorologie (MPI-M) dies mit Hilfe eines gekoppelten Klima- Kohlenstoffkreislauf-Modell des MPI-M. Dieses bildet in 400 Kilometer Gitterabstand die Subsysteme Atmosphäre einschließlich der Landoberfläche, Ozean inklusive Meereis sowie dem marinen und terrestrischen Kohlenstoffkreislauf ab.

Ziel der Forscher war es, zukünftige Klimaänderungen und CO2-Emissionen in einem Szenario zu simulieren, in dem die CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre langfristig auf 450 ppm stabilisiert werden. Darin folgten die Wissenchaftler einer Methodik, die das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) für die Simulationen zum fünften Weltklimastatusbericht vorschlägt. Dazu wenden sie eine Inversmethode an, mit der aus vorgegebenen CO2-Konzentrationen zeitliche Emissionsverläufe rekonstruiert werden können. Die berechneten Emissionen hängen bei diesem System allein davon ab, welcher Anteil des anthropogenen Kohlenstoffs im Modell von der Landoberfläche und den Ozeanen aufgenommen wird.

Reduktion um 56 Prozent bis 2050


Das Ergebnis: Es müssen signifikante und baldige Maßnahmen getroffen werden, um Emissionen von Treibhausgasen zu vermindern. Nur so kann die globale Erwärmung in diesem Jahrhundert bei nicht mehr als 2°C oberhalb des vorindustriellen Niveaus stabilisiert werden. Im verwendeten Stabilisierungsszenario steigt die „erlaubte“ CO2-Emission von rund sieben Gigatonnen Kohlenstoff (GtC) im Jahr 2000 auf einen Maximalwert von rund zehn GtC im Jahr 2015 an.


Danach müssen die Emissionen deutlich reduziert werden, und zwar um 56 Prozent bis zum Jahr 2050 und um fast 100 Prozent gegen Ende dieses Jahrhunderts. Die globale Erwärmung bleibt nach den Berechnungen des MPI-M bis 2100 zwar unterhalb der 2°C-Grenze, längerfristig ist jedoch eine weitere Erwärmung nicht auszuschließen.

Mehr zum Projekt und den Ergebnissen auf der ensembles-website
(Pressemitteilung Max-Planck-Institut für Meteorologie, 28.07.2010 - NPO)
 
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