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Samstag, 30.07.2016
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Klimawandel verstärkt Bedrohung für Menschenaffen

Bis zu 75 Prozent Lebensraum-Verlust allein durch Klimawirkungen

Die großen Menschenaffen stehen durch Lebensraumverlust und Wilderei ohnehin am Rande des Aussterbens. Jetzt zeigt eine im „Journal of Biogeography“ veröffentlichte Studie, dass der Klimawandel und die damit verbundenen Veränderungen von Wettermustern und Niederschlägen ihren Niedergang noch beschleunigen könnten. Den Schimpansen könnten dadurch 50 Prozent, den Gorillas sogar 75 Prozent ihrer Lebensräume verloren gehen.
Zwei junge Schimpansen

Zwei junge Schimpansen

Orang-Utans, Schimpansen und Gorillas sind unsere nächsten Verwandten. Doch sie alle sind in ihrem Überleben gefährdet – unter anderem durch Wilderei und die Zerstörung ihres Lebensraums durch uns Menschen. Jetzt haben Wissenschaftler der britischen Universitäten Roehampton, Bournemouth und Oxford den Einfluss des Klimawandels auf die Populationen dieser Tiere untersucht. Die Forscher nutzten für ihre Studie Daten aus 20 natürlichen Populationen der afrikanischen Menschenaffen sowie aktuelle Klimamodelle, mit denen sie Verbreitung und Verhalten der Menschenaffenpopulationen sowie die Veränderungen der Temperaturen und Wettermuster in Beziehung setzen konnten.

Bis 75 Prozent der Lebensräume unbewohnbar


Das Ergebnis: Steigende Temperaturen und Verschiebungen in den Niederschlagsmustern allein können schon dazu führen, dass Schimpansen bis zu 50 und Gorillas sogar bis zu 75 Prozent ihrer noch verbleibenden Lebensräume verlieren. Durch die steigenden Temperaturen werden einige Lebensräume für die Affen nicht mehr bewohnbar, da sie dann durch Überhitzung Schaden nehmen würden. In anderen könnten durch Niederschlagsmangel wertvolle Nahrungsgrundlagen verloren gehen. Den Schimpansen steht vermutlich, so die Studie, ohnehin eine Umstellung ihrer Nahrung bevor, von vorwiegend Früchten auf mehr Blätter.

Doppelte Bedrohung durch Mensch und Klima


„In Wirklichkeit könnten die Auswirkungen des Klimawandels auf die afrikanischen Menschenaffe sogar noch schlimmer sein, denn unser Modell berücksichtigt nicht die anthropogenen Effekte wie die Habitatzerstörung und die Jagd der Affen für ‚Bushmeat‘“, erklärt Julia Lehmann von der Roehampton Universität. Die Studie zeigt aber, dass bereits die Klimawirkungen allein schwerwiegende Effekte besitzen.


„Unsere Ergebnisse machen darauf aufmerksam, dass die Behebung der lokalen Bedrohungen wie Jagd und Lebensraumzerstörung möglicherweise sogar nicht ausreichen könnten, um das Aussterben der afrikanischen Menschenaffen aufzuhalten“, so Lehmann. „Artenschutz-Strategien müssen daher als entscheidende Komponente die Sicherung von auch längerfristig optimalen Habitaten zum Ziel haben, damit nicht alle heutigen Erhaltungsbemühungen umsonst sind.“
(Wiley-Blackwell, 26.07.2010 - NPO)