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Freitag, 26.08.2016
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Umweltgifte schuld an ADHS

Forscher stellt Zusammenhang zwischen Verhaltensauffälligkeiten und kindlicher Umwelt fest

Eine neue Studie eines Jenaer Wissenschaftlers hat einen Zusammenhang zwischen den Umweltbedingungen und bestimmten Verhaltensauffälligkeiten von Kindern festgestellt. Danach spielen Umweltgifte etwa in der häuslichen Umgebung eine große Rolle bei der Entwicklung einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).
Kinder mit Bilderbuch

Kinder mit Bilderbuch

Unser Kind ist anders, es benötigt besondere Hilfen, um seinen täglichen Anforderungen genügen zu können: Die Diagnose ADHS bedeutet für viele Eltern einen Schock. Die Frage nach den Ursachen der ADHS rückt dabei schnell in den Hintergrund. Gerade diese Frage untersucht der Erziehungswissenschaftler Ulf Sauerbrey von der Universität Jena.

Neue Meta-Studie geht Ursachen von ADHS auf den Grund


Sauerbrey hat eine Meta-Studie vorgelegt, die den Ursachen von ADHS auf den Grund geht. Sein Befund: Umweltgifte sind wahrscheinlich in hohem Maße für die Entstehung der ADHS verantwortlich.

Erstaunlicherweise würden Gifte in der kindlichen Umwelt in Veröffentlichungen über ADHS kaum eine Rolle spielen, konstatiert Sauerbrey. „Aber zahlreiche Einzelstudien sprechen eine deutliche Sprache“, sagt der Forscher von der Universität Jena. Im direkten Lebensumfeld von Kindern liegen zahlreiche potenzielle Gefahrenquellen.


Brisanter Chemie-Cocktail


Dazu gehörten insbesondere Ausdünstungen aus Teppichen, Tapeten und Anstrichen, die sich zu einem brisanten Chemie-Cocktail vermischen können. Die Wechselwirkungen verschiedener Giftstoffe sind oftmals gar nicht oder nur unzureichend erforscht.

„Selbst niedrigste Konzentrationen sind schädlich, vor allem, wenn sie dauerhaft auf den kindlichen Organismus einwirken“, sagt Sauerbrey. Vorsicht sei geraten bei Polstermöbeln, die aus Ländern importiert wurden, in denen andere Grenzwerte gelten als in Deutschland. Gefährlich sei zudem Spielzeug aus Fernost, das häufig bleibelastet ist, betont Sauerbrey.

Störung erwünschten Verhaltens


Über die Diagnose ADHS gibt es durchaus wissenschaftliche Kontroversen. „Im Grunde ist ADHS eine Störung erwünschten Verhaltens“, sagt Sauerbrey. Die Kriterien für die Diagnose wurden um 1990 entwickelt. Die unter ADHS beschriebenen Symptome sind jedoch weit älter: Bereits die 1845 im Kinderbuchklassiker „Struwwelpeter“ von Heinrich Hoffmann beschriebenen Typen Hans-Guck-in-die-Luft und Zappelphilipp weisen Merkmale der ADHS-Diagnose auf.

Eine mögliche Ursache scheint offensichtlich: „Im 19. Jahrhundert war die Schadstoffbelastung der Umwelt noch viel größer als heute“, sagt Sauerbrey.
(idw - Universität Jena, 17.06.2010 - DLO)
 
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