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Sonntag, 28.05.2017
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Knorpelersatz aus dem Reagenzglas

Knorpelforscher erhält NASA- Auszeichnung

Knorpel ist für die Funktion von Gelenken lebenswichtig. Doch einmal abgenutzt, regeneriert er sich nicht selbst. Wissenschaftlern ist es jedoch gelungen, ein verbessertes Knorpelgewebe zu züchten, das als biologisches Ersatzgewebe bei Gelenkknorpel-Defekten transplantiert werden könnte.
Gelenkknorpel ist eine geniale Erfindung der Natur. Das elastische Gewebe ermöglicht, dass wir Arme und Beine beugen und wieder strecken können, überhaupt, dass wir uns bewegen und unser Gewicht tragen können. Problematisch wird es aber dann, wenn der Knorpel durch Verletzung oder Abnutzung seine Funktion nicht mehr erfüllt: Er kann sich im Gegensatz zu anderen Körpergeweben - wie etwa der Haut - nicht selbst reparieren, was zum gefürchteten Gelenkverschleiß, der Arthrose, führen kann.

Dr. Henning Madry, Leiter des Labors für Experimentelle Orthopädie an der Orthopädischen Universitätsklinik in Homburg, hat nun zusammen mit US-amerikanischen Kollegen vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) eine neue Behandlungsmethode bei Gelenkknorpel-Defekten entwickelt, die bald schon den Weg in die Praxis finden könnte. Sie basiert auf dem Gentransfer des körpereigenen insulinartigen Wachstumsfaktors I: Genetisches Material wird in entnommene Zellen des Knorpels eingeschleust. Im Labor werden die Zellen im so genannten Bioreaktor kultiviert - in diesem besonderen Behälter finden die Zellen die idealen Bedingungen, um sich zu teilen - und es entwickelt sich Knorpelgewebe, das eine Zelldichte ähnlich der des natürlichen Gewebes erreicht.

Dieses Gewebe kann transplantiert werden, so dass der defekte Knorpel austauschbar und damit eine Reparatur möglich wird. Das Forscherteam hat seinen Durchbruch in der international renommierten Zeitschrift Human Gene Therapy veröffentlicht. Madry, der auch als orthopädischer Chirurg an der Universitätsklinik tätig ist, arbeitet nun daran, die neue Behandlungsmethode für den praktischen Einsatz am Menschen weiterzuentwickeln.


Für seine bisherigen Forschungserfolge und "die kreative Entwicklung einer technischen Innovation" zeichnete die amerikanische Weltraumbehörde NASA den Homburger Mediziner jetzt mit dem NASA Space
Act Award aus. Die Arbeit des 35jährigen, der insgesamt drei Jahre am MIT und an der Harvard University forschte, wurde ausgewählt zur
Veröffentlichung im offiziellen NASA-Newsletter "NASA Tech Brief".
(Universität des Saarlandes, 12.07.2004 - NPO)
 
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