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Dienstag, 27.09.2016
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Riesen-Dinos: Kopf hoch oder nicht?

Modellrechnung belegt Vorteile für Nahrungssuche mit ausgestrecktem Hals

Wie fraßen die langhalsigen Riesen unter den pflanzenfressenden Dinosauriern? Mit dem Hals nach oben gereckt oder eher waagerecht nach vorne ragend? Eine neue Modellrechnung hat jetzt gezeigt, dass entgegen vorherigen Bedenken auch die Variante mit senkrechtem Hals durchaus Vorteile für die Sauropoden hatte. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Biology Letters“ erschienen.
Pflanzenfressende Sauropoden

Pflanzenfressende Sauropoden

Die Sauropoden waren vierbeinig laufende, bis zu 35 Meter lange und 100 Tonnen schwere Gigantenunter den Dinosauriern. Doch wie suchten diese großen Pflanzenfresser mit ihren bis über zehn Meter langen Hälsen Nahrung? Dazu werden zurzeit zwei Möglichkeiten diskutiert: Entweder suchten die Sauropoden ihre Nahrung eher in der Waagerechten oder sie reckten die Hälse und suchten nach Nahrung in der Senkrechten. In der Vergangenheit ist vor allem die letztere Variante in der Fachwelt oft angezweifelt worden. Ein in die Höhe gestreckter Hals führe zu einem erheblichen Blutdruck, der Körper der Dinosaurier müsse viel Energie aufwenden, um mit diesem Blutdruck fertig zu werden, so die Argumentation. Und zwar so viel Energie, dass sich das Fressen in der Höhe nicht mehr lohne.

Diesen Argumenten hat nun eine Forschergruppe um Professor Andreas Christian vom Institut für Biologie und ihre Didaktik an der Universität Flensburg widersprochen. Ihre physiologischen Modellrechungen zeigen, dass sich das Fressen in der Höhe durchaus für die Sauropoden rechnete, wenn die Nahrung spärlich verteilt ist. Dazu verglichen die Wissenschaftler den Energieaufwand für das Fressen in großer Höhe mit den Energiekosten für das Gehen über bestimmte Distanzen.

Kopf hoch ist machnhmal günstiger


Es zeigt sich, dass einige Minuten Fressen in großer Höhe energiegünstiger waren als eine Strecke von mehreren Körperlängen zu laufen. Mit anderen Worten: Wenn die Nahrung aus weit verteilten Bäumen bestand, war es vorteilhafter einen Baum bis in die erreichbare Höhe abzuweiden als zum nächsten Baum zu laufen.


Schon frühere biomechanische Berechnungen des Biologen zeigten, dass die Sauropoden auch in der Lage waren, ihren Hals nach oben zu strecken, das Knochengerüst und die Mechanik dahinter ließen dies durchaus zu. Da solche Modellrechnungen zuvor noch nicht durchgeführt worden waren, werfen sie ein neues Licht auf die Bedingungen unter denen die extrem lange Hälse der Sauropoden entstanden sein könnten. Damit sind die Ergebnisse für das Verständnis der Ökologie sowie der Evolution dieser gigantischen Tiere von erheblicher Bedeutung. Die Modellrechungen können auch Hinweise darauf geben, wie die Umwelt, die Verteilung der Vegetation, in der Welt Sauropoden ausgesehen hat.
(Universität Flensburg, 07.06.2010 - NPO)
 
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