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Freitag, 15.12.2017
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Roboter-Schwarm erkundet Atlantik

Erstes Gleiterschwarm-Experiment vor den Kapverdischen Inseln erfolgreich abgeschlossen

Kieler Meeresforscher haben ein erstes Gleiterschwarm-Experiment vor den Kapverdischen Inseln erfolgreich abgeschlossen. Innerhalb von zwei Monaten lieferten die fünf knallgelben Tiefsee-Roboter fast 20 Millionen Messungen verschiedener physikalischer, chemischer und biologischer Parameter.
Gleiter als Teil des Ökosystems

Gleiter als Teil des Ökosystems

„Dieses Experiment ist für uns der Durchbruch bei der Nutzung der innovativen Gleitertechnologie“, sagte Professor Torsten Kanzow vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und Leiter des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“.

Rückschläge inklusive


„Wir setzen bereits seit einigen Jahren auf diese neuartigen Robotersysteme, mussten dabei aber auch einige Rückschläge in Kauf nehmen“, ergänzt Gerd Krahmann, Ozeanograph am IFM-GEOMAR. „In enger Kooperation mit dem Hersteller, Teledyne-Webb Research, haben wir nun die erforderliche Zuverlässigkeit und Präzision bei den Messungen erreicht“.

Die Gleiter waren Anfang März 2010 südlich der Insel Sao Vicente zum Einsatz gebracht worden und bewegten sich dann planmäßig selbständig zu einer Langzeitbeobachtungsstation, dem Ozeanobservatorium TENATSO, das circa 60 Kilometer nördlich der Insel liegt. Rund um das Observatorium fuhren die Gleiter konzertiert ein Untersuchungsgebiet von 40 mal 40 Kilometer Ausdehnung ab.


Polarstern

Polarstern

Gute Datenausbeute


Als das deutsche Forschungsschiff POLARSTERN am 5. Mai 2010 die Gleiter nördlich der Kapverdischen Inseln wieder an Bord nahm, waren die Ozeanographen des IFM-GEOMAR hochzufrieden. Zwar hatte eines der Instrumente aufgrund technischer Probleme vorzeitig von Kollegen des nationalen kapverdischen Fischereiinstituts (INDP, Mindelo) geborgen werden müssen. Die anderen fünf, mit modernsten Sensoren bestückten high-tech Geräte hatten aber über den zweimonatigen Zeitraum zuverlässig funktioniert und ihre Daten laufend via Satellit nach Kiel gefunkt.

Die erzielte Datenausbeute ist nach Angaben der Kieler Wissenschaftler äußerst erfreulich. Zusammen legten die Gleiter eine Strecke von 3.800 Kilometern zurück, und führten dabei 3.500 Tauchgänge in bis zu 1.000 Meter Tiefe durch, auf denen insgesamt 18.000.000 Messungen von Temperatur, Salzgehalt, Chlorophyll, Trübung und Sauerstoff vorgenommen wurden.

Kurse der Gleiter

Kurse der Gleiter

Nächstes Gleiterschwarmexperiment im Sommer 2011


Mit den Gleitern können größere Meeresgebiete bis in Wassertiefen von etwa 1.000 Metern sehr umfassend vermessen werden, was insbesondere in Gebieten mit hoher räumlicher Variabilität von großem Vorteil ist, und mit anderen schiffsgestützten Verfahren so nicht möglich wäre. „Am IFM-GEOMAR haben wir schon sehr frühzeitig das Potential dieser Messinstrumente erkannt“, betont Professor Martin Visbeck, Leiter der Physikalischen Ozeanographie am IFM-GEOMAR.

„Für Prozessstudien, die für das Verständnis der komplexen Wechselwirkungen im Ozean unerlässlich sind, haben wir uns mit den Gleitern einen entscheidenden Vorsprung verschafft“, freut sich Visbeck. Für die Forscher beginnt nun aber erst einmal die Zeit der Datenaufbereitung und Analyse. Während Einzeleinsätze der Gleiter bereits im Sommer stattfinden, ist das nächste große Gleiterschwarmexperiment erst für den Sommer 2011 im äquatorialen Atlantik geplant.
(idw - Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, 01.06.2010 - DLO)
 
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