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Samstag, 11.02.2012
Wasserknappheit auch in Mitteleuropa
EU-Bericht warnt vor Versorgungsproblemen – nicht nur im Mittelmeerraum
Anhaltend hoher Wasserverbrauch könnte schon bald zu ernsthaften Versorgungsproblemen in Europa führen. Davor warnt jetzt ein EU-Bericht. Obwohl es im Jahr 2009 mehr regnete als normal, meldeten neben den Mittelmeer-Anrainerstaaten auch Länder Mitteleuropas wie Tschechien ständige Wasserknappheit, Frankreich und Belgien berichten zudem von übernutzten Grundwasserleitern.

Wasser
Wasser
© USDA/NRCS
Die Europäische Kommission hat 2009 einen Bericht über die Fortschritte der Mitgliedstaaten bei der Bekämpfung von Wasserknappheit und Dürre in Auftrag gegeben, der jetzt veröffentlicht wurde. Demnach hat es in den Ländern Südeuropas im Jahr 2009 zwar mehr geregnet als in den Jahren zuvor, gleichwohl sind größere Anstrengungen nötig, um der Übernutzung der begrenzten europäischen Wasserressourcen Einhalt zu gebieten und diesen Trend umzukehren.

EU-Umweltkommissar Janez Potocnik erklärte: „Wasser ist Leben – also ist die Wasserpolitik unsere Lebensversicherung. Dieser Bericht macht deutlich, wie wichtig es ist, die Wasserpolitik auf allen Ebenen, sowohl auf EU- wie auf nationaler Ebene, in allgemeinere Politikziele einzubeziehen. Mehr als alles andere hat unsere Wasserpolitik nachhaltig zu sein: Wir können es uns nicht erlauben, das Wasser künftiger Generationen zu verbrauchen.“

Wasserknappheit auch in Ländern Mitteleuropas
Das Verhältnis zwischen Wassernachfrage und -verfügbarkeit hat in vielen Gebieten Europas ein kritisches Niveau erreicht. Wasserknappheit und Dürre sind zu einer großen Herausforderung geworden – und der Klimawandel wird das Problem voraussichtlich noch verschärfen. Aus dem neuen Bericht geht hervor, dass in einigen Mitgliedstaaten mittlerweile ständige Wasserknappheit im ganzen Land herrscht. Das Problem ist nicht auf die Mittelmeer-Anrainerstaaten beschränkt. Die Tschechische Republik berichtet beispielsweise über Gebiete mit häufiger Wasserknappheit, und Frankreich und Belgien melden übernutzte Grundwasserleiter.

Seit einigen Jahren fordert die Kommission die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, politische Impulse etwa über die Wassergebührenpolitik, verbesserte Instrumente zur Wasserbewirtschaftung und Maßnahmen zur Förderung des sachgemäßen Umgangs mit Wasser und des Wassersparens zu geben.
Aus dem Bericht geht nun hervor, dass die Einführung verpflichtender Standards für wasserführende Geräte im Rahmen der erweiterten Ökodesign-Richtlinie erhebliche Einsparungen ermöglichen würde. Würden alle wasserführenden Haushaltsgeräte berücksichtigt, könnte dies zu einem Rückgang des gesamten Wasserverbrauchs um 19 Prozent führen – was einer Verringerung der jährlichen Wasserentnahme in der EU um insgesamt 3,2 Prozent entspricht.

Reichlich Einsparmöglichkeiten
Um diesen Trend umzukehren, ruft die Kommission die Mitgliedstaaten und Bürger der EU nachdrücklich zu einer Förderung des sachgemäßen Umgangs mit Wasser, wirksamerer Wassergebührenpolitik und bewußterem Verbrauchsverhalten auf. „Wir können es uns nicht erlauben, das Wasser künftiger Generationen zu verbrauchen", so EU-Umweltkommissar Janez Potocnik.
Allein durch Verhaltensänderungen bei Duschzeit, Badehäufigkeit und der Nutzung von Wasserhähnen wäre laut Bericht eine Verbrauchssenkung um 20 bis 30 Prozent möglich. Neben der Schaffung von Problembewußtsein in der Bevölkerung brächten zudem verpflichtende Standards für wasserführende Haushaltsgeräte im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie weitere Einsparungen.

Ferner könnte die Verringerung des Wasserbedarfs energieverbrauchsrelevanter Produkte wie Wasserhähne, Duschen und Bäder zu einem Rückgang des Heizbedarfs um 20 Prozent führen, während Verhaltensänderungen bei Duschzeit, Badehäufigkeit oder der Nutzung von Wasserhähnen eine Senkung des Verbrauchs um 20 bis 30 Prozent ermöglichen würden.

Plan zum Schutz der Wasserressourcen in der EU
Zur Vorbereitung einer für 2012 angesetzten Überprüfung der Strategie zur Bekämpfung von Wasserknappheit und Dürre leiter die EU nun eine Reihe von Maßnahmen ein. 2010 gilt das Hauptaugenmerk der Effizienzsteigerung, vor allem dem Potenzial für Einsparungen in Gebäuden, der Verminderung von Leckverlusten und der sachgemäßen Wassernutzung in der Landwirtschaft.
Die Ergebnisse dieser Maßnahmen werden zusammen mit einer Überprüfung der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und einer Überprüfung der Anfälligkeit von Umweltressourcen wie Wasser, Biodiversität und Boden für Klimafolgen und andere vom Menschen verursachte Belastungen in den „Plan zum Schutz der Wasserressourcen in der EU“ 2012 einfließen.
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