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Freitag, 20.01.2017
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Technologie- Vorausschau präsentiert zentrale Zukunftstrends

Foresight-Prozess stellt sieben neue Forschungsfelder vor

Welchen Forschungsrichtungen gehört die Zukunft? Was bringt uns voran? Diese Fragen haben jetzt mehr als 6.000 Experten im Rahmen des Foresight-Prozesses beantwortet. Sie identifzierten sieben Bereiche, in denen verstärkte Forschung zur Bewältigung zukünftiger Herausforderungen beitragen kann. Zu diesen gehören unter anderm die Altersforschung, die Erkundung zukunftsfähiger Energien und Lebensräume sowie die Mesch-Technik-Kooperation.
Was bringt die Zukunft?

Was bringt die Zukunft?

Welche Produkte und Dienstleistungen brauchen wir in Zukunft – und wie können Forscher diese am besten entwickeln? Wie kann es zum Beispiel gelingen, neue Medikamente ohne Versuche am Mensch oder Tier auf den Markt zu bringen? Und wie können wir den Energieverbrauch einer Stadt drastisch senken, um den Klimawandel einzudämmen? Fragen wie diese haben sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren führende Wissenschaftler gestellt – um im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) nach langfristigen Forschungstrends zu fahnden.

Experten einigen sich auf sieben Forschungsfelder


Für die Technologie-Vorausschau haben die Fraunhofer-Institute für System- und Innovationsforschung (ISI) und für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) im Auftrag des BMBF in sieben so genannten Zukunftsfeldern neuen Zuschnitts eine Vielzahl von langfristigen Forschungsfragen formuliert. Sie sollen einen Beitrag dazu leisten, den globalen Herausforderungen zu begegnen. „Wir wollen das Gras wachsen hören“, erklärte Bundesforschungsministerin Annette Schavan am Montag in Berlin anlässlich der Präsentation der Ergebnisse des Foresight-Prozesses.„Das hilft uns dabei, die Weichen der Forschungspolitik früh zu stellen.“

Für die Beantwortung dieser Fragen nutzte das Foresight-Team eine Methodenkombination aus Zukunftsforschung und Monitoring. In einem strukturierten Austausch mit mehr als 6.000 nationalen und über 40 Experten eines vom Fraunhofer IAO koordinierten internationalen Monitoring Panels sowie weiteren Entscheidungsträgern analysierte, diskutierte, bewertete und sortierte das Fraunhofer ISI die Zukunftsthemen in Forschung und Technologie. Auf diese Weise wurden auch international aufkommende Schwerpunkte identifiziert.


Die Felder: Von Altersforschung bis Zeit


Die anschließende Zusammenführung ergab die neuen zukunftsrelevanten Gebiete für Forschungs- und Innovationsfelder-übergreifende Aktivitäten. Alle Zukunftsfelder neuen Zuschnitts vereinen unterschiedliche Forschungsstränge.

  • Mensch-Technik-Kooperation: Integrierte Forschung von Human- und Technikwissenschaften für ein dichteres Zusammenspiel von Mensch und Technik nach menschlichem Maß.

  • Das Altern entschlüsseln: Forschung für ein besseres Verständnis des Alterns als zentraler multifaktorieller Prozess über die gesamte Lebensspanne hinweg.

  • Zukunftsfähige Lebensräume: Infrastrukturen für Lebensräume der Zukunft.

  • ProduzierenKonsumieren2.0: Systemische Innovationen für zukunftsfähige Formen des Produzierens und Konsumierens.

  • Transdisziplinäre Modelle und Multiskalensimulation: Die Simulation technischer, biologischer und gesellschaftlicher Systeme zur Bewältigung der Komplexität in Natur- und Geisteswissenschaften.

  • Zeitforschung: Das Erschließen zeitabhängiger Technologien und zeitkritischer Prozesse in neuer Tiefe.

  • Zukunftsfähige Energielösungen: Frühzeitige strategische Bündelung von Beiträgen verschiedener Forschungsfelder für die zukunftsfähige Erzeugung und Nutzung von Energie.


„Wir haben eine Vogelperspektive quer über die Forschungslandschaft eingenommen und auf diese Weise übergreifende Zukunftsfelder identifiziert, die die Brennpunkte der Zukunft in den Blick nehmen“, so Prof. Dr. Marion Weissenberger-Eibl, Institutsleiterin des Fraunhofer ISI. Die Projektleiterin des BMBF-Foresight-Prozesses Kerstin Cuhls erklärt weiter: „Dazu wurden von uns auch Empfehlungen formuliert, wie ihre Realisierung umgesetzt werden kann. Zusätzlich haben wir analysiert, wer heute die relevanten Akteure sind und welche es in der Zukunft sein können. Damit bieten wir einen guten Ausgangspunkt für die weitere Auseinandersetzung innerhalb des deutschen Forschungs- und Innovationssystems“.

In einem ersten Schritt ist nun geplant, zu den ausgewählten Zukunftsfeldern so genannte strategische Dialoge gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu führen. Ein Online-Dialog eröffnet diesen Diskurs. Zugleich können hier erste Ideen und Ansatzpunkte für die Umsetzung der Felder ausgetauscht werden.

Reservoir für zukünftige Forschung


„Mit den jetzt vorliegenden Informationen verfügen wir über ein wertvolles Reservoir, aus dem wir bei der Weiterentwicklung der Hightech-Strategie ebenso schöpfen können wie bei der Ausarbeitung unserer Forschungs-Agenda“, sagte Schavan. „Ausgewählte Zukunftsfelder und Themen werden in die Programmarbeiten des BMBF aufgenommen. Dazu sind wir gefordert, die Ergebnisse mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und gesellschaftlichen Gruppen zu diskutieren. Die neuen Zuschnitte werden außerdem für die Beratungen in der Forschungsunion wichtige Impulse liefern.“

Die Ergebnisse dieser Technologie-Vorausschau stehen jetzt im Internet zur Verfügung.
(Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Fraunhofer Gesellschaft, 11.05.2010 - NPO)
 
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