• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Sonntag, 23.07.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Mäuse machen ihr eigenes Morphin

Tierischer Umwandlungsprozess verläuft wie bei Mohnpflanzen

Mäuse können wahrscheinlich ebenso wie Menschen und andere Säugetiere eigenes Morphin im Körper produzieren. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie eines internationalen Wissenschaftlerteams.
Labormaus: Ihr Erbgut ist dem unsrigen sehr ähnlich

Labormaus: Ihr Erbgut ist dem unsrigen sehr ähnlich

Für ihre Untersuchungen injizierten die Forscher des Instituts für Umweltforschung der Technischen Universität (TU) Dortmund und des Pflanzen-Forschungsinstituts Donald Danforth Plant Science Center in St. Louis, USA, den Mäusen fünf Tage lang markiertes Tetrahydropapaverolin (THP).

Ausgefeiltes Enzym-System


Diese Chemikalie ist in der Mohnpflanze der Stoff, der in einem komplexen Prozess in mehreren Stufen zum Morphin umgewandelt wird. Und genau diese insgesamt 17 Zwischenstufen konnten die Wissenschaftler auch in den Mäusen nachweisen.

„Die Tiere müssen also über ein ausgefeiltes Enzym-System verfügen, das sie in die Lage versetzt, eigenständig Morphin herzustellen“, so Professor Michael Spiteller vom Dortmunder Institut für Umweltforschung. Bis auf einen kleinen Unterschied in den frühen Stufen verläuft der tierische Umwandlungsprozess dabei wie bei den Mohnpflanzen. Die Evolution habe, so die Schlussfolgerung Spitellers, augenscheinlich zwei Wege gefunden, um Morphin zu produzieren.


Zweck der körpereigenen Morphinproduktion unbekannt


Bisher ungeklärt ist, welchen Zweck die körpereigene Morphinproduktion hat. Morphin könnte den Nervenzellen zur Kommunikation untereinander diesen. Weiterhin ist es vorstellbar, dass die Tiere und möglicherweise auch der Mensch die Fähigkeit zur Bildung von Morphin beispielsweise unter Einfluss von Schock oder schwerer Verletzung als körpereigenes Schmerzmittel benutzen.

Ob diese Hypothesen der Wissenschaftler stimmen, sollen in einem nächsten Schritt weitere Untersuchungen gemeinsam mit der Universitätsklinik in Köln klären.
(idw - Technische Universität Dortmund, 06.05.2010 - DLO)
 
Printer IconShare Icon