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Mittwoch, 18.10.2017
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Sättigungshormon kein satter Erfolg

Im Tierversuch keine Hemmung der Futteraufnahme oder eine Gewichtsabnahme gefunden

Das Sättigungshormon PYY(3-36) ist vor knapp zwei Jahren als Durchbruch in der Adipositas-Forschung gefeiert worden. Ein Wissenschaftlerteam hat jetzt die Wirkung des Hormons unter Anwendung neuester Methoden der Appetit- und Adipositasforschung getestet. Ergebnis: Im Tierversuch konnte die Forscher weder eine Hemmung der Futteraufnahme noch eine Gewichtsabnahme messen.
Das Wissenschaftsmagazin Nature berichtet in seiner neuesten Ausgabe über die Ergebnisse der Wissenschaftler.

Kein Meilenstein für die Adipositas-Therapie


Übergewicht wird immer häufiger

Übergewicht wird immer häufiger

Ein Team unter Leitung von M. Tschöp und H.G. Joost vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke testete gemeinsam mit 36 Wissenschaftlern aus 12 verschiedenen Institutionen, PYY(3-36) das Wissenschaftler und Öffentlichkeit lange Zeit als Meilenstein auf dem Weg zu einer wirksamen und verträglichen Therapie der Adipositas ansahen.

Die jetzt publizierten, bei weitem ausführlicheren und detaillierteren Daten der internationalen Gruppe um Tschöp sind deshalb überzeugender, weil die Versuche unabhängig voneinander in sieben verschiedenen Universitäts-Laboratorien und fünf Forschungseinrichtungen der pharmazeutischen Industrie durchgeführt wurden. Zudem wurden ausgedehnte Serien von Kontrollen durchgeführt, die die biologische Aktivität der Substanz in anderen Versuchssystemen sowie die Empfindlichkeit der Versuchstiere gegenüber appetithemmenden Substanzen belegten.


Negative Ergebnisse auch für Wissenschaftler überraschend


Ziel der aufwändigen Studie war es eigentlich die Forschung zum Therapieprinzip PYY(3-36) voranzutreiben, negative Ergebnisse hatten die Wissenschaftler nicht erwartet.Sie schließen auch nicht aus, dass es besondere, in der ersten Publikation nicht beschriebene Bedingungen gibt, unter denen das Hormon die Nahrungsaufnahme hemmt. Nach Ansicht der Forscher wäre es damit zum therapeutischen Einsatz allerdings wenig geeignet.

Mit der Publikation dieser Daten wollen sie deshalb Adipositas- und Diabetesforscher weltweit auf eine potentielle Sackgasse auf dem schwierigen Weg zu einem wirksamen und sicheren Adipositasmedikament aufmerksam machen und die Verschwendung wertvoller Ressourcen verhindern.
(idw - Deutsches Institut für Ernährungsforschung, 08.07.2004 - DLO)
 
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