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Freitag, 20.01.2017
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Great Barrier Reef: Gefahr durch Havarie noch nicht gebannt

Frachter sitzt noch immer fest, Sperren sollen vor Ölteppischen schützen

Der am Samstag im Süden des Great Barrier Reefs auf Grund gelaufene chinesische Frachter sitzt noch immer fest. Bricht er auseinander, droht der einzigartigen Lebenswelt des weltgrößten Korallenriffs eine Ölpest. Heute soll rund um das Schiff eine Sperre errichtet werden.
Das Great Barrier Reef aus dem All

Das Great Barrier Reef aus dem All

Das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens ist das größte Korallenriff der Erde und gilt als eines der Weltwunder der Natur. Seit 1981 zum Weltnaturerbe der UNESCO gehörend, erstreckt sich die aus rund 2.900 Einzelriffen und rund 1.00 Inseln bestehende Naturlandschaft über 2.300 Kilometer. Es ist damit die größte von Lebewesen geschaffenen Struktur der Erde und ist sogar aus dem Weltraum sichtbar. In diesem Gebiet leben zahlreiche vom aussterben bedrohte Arten, darunter neben Korallen und Fischen auch Meeresschildkröten und Seekühe. Schon jetzt ist dieser wertvolle Lebensraum bedroht, ein Teil des Riffs ist durch Korallenbleiche, Seesterninvasionen und Taifune zerstört.

Frachter: mit voller Fahrt ins Naturschutzgebiet


Jetzt könnte eine Ölpest den Süden des Riffs gefährden. Denn seit Samstag, dem 2.April liegt dort der chinesische Frachter „Shen Neng 1“ auf Grund. Der vom Hafen des australischen Gladstone aus startende Kohlenfrachter verließ aus bisher ungeklärter Ursache die südlich des Barrier Reefs verlaufende Schifffahrtsroute und lief mit voller Fahrt auf ein Riff in der geschützten Zone des Barrier Reefs. Das mit 65.000 Tonnen Kohle und 975 Tonnen Öl beladene Schiff gehört der südchinesischen Shenzhen Energy Group, einer Tochterfirma der staatlichen China Ocean Shipping Company.

Auseinanderbrechen droht


Die größte Gefahr für das Riff ist das drohende Auseinanderbrechen des Frachters. Seit seiner Havarie am Samstag hat sich das 230 Meter lange Schiff zwar um 20 Meter verschoben, sitzt aber weiterhin fest. Ruder und Motor sind offenbar bei der Havarie schwer beschädigt worden. Bereits kurz nach dem Unfall hatte sich ein kleinerer Ölteppich von rund drei Kilometern Länge bgebildet, der aber mit Hilfe von großflächig versprühten Chemikalien aufgelöst werden konnte.


Seit Montag wird das Schiff von zwei Schleppern stabilisiert, heute sollen schwimmende Sperren rund um das Schiff errichtet werden, die ein Ausbreiten von austretendem Öl verhindern. Bleibt das Schiff weiterhin fest, muss das Öl im Laufe der nächsten Wochen abgepumpt werden, eine aufwändige und nicht ungefährliche Aktion.

Kritik an mangelnder Kontrolle


Anna Bligh, Leiterin der Regierung des Bundeslandes Queensland warf dem Kapitän des Schiffes vor, illegal in die geschützte Zone eingedrungen zu sein und drohte ihm und der Reederei saftige Geldstrafen an. Die australischen Grünen kritisierten, man habe, geblendet von der Aussicht auf Profit, den Schutz der Natur hintenan gestellt. Die Schifffahrtsrouten rund um das Riff wären nicht weit davon entfernt, zu „Kohle-Autobahnen" zu werden. Weder war die Shen Neng verpflichtet, in dieser ökologisch so sensiblen Zone einen Lotsen an Bord zu haben, noch gibt es in Gladstone eine radarunterstützte Seeüberwachung, die Schiffe über den Hafenbereich hinaus weiträumig verfolgt.
(dpa, ap, FR, 06.04.2010 - NPO)
 
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