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Samstag, 22.07.2017
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Hähnchenfleisch mit Krankheitserregern verseucht

62 Prozent mit dem Durchfall-Erreger Campylobacter infiziert

In Deutschland sind 62 Prozent aller Schlacht-Hähnchen mit dem Durchfall-Erreger Campylobacter infiziert. Immerhin noch 17 Prozent tragen Salmonellen in sich. Das zeigt eine jetzt veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Die Erreger gelangen vermutlich mit dem Darminhalt und den Federn der Tiere in den Schlachthof und werden während der Schlachtung auf das Fleisch übertragen. Von dort gelangen sie in die Lebensmittelkette und zum Verbraucher.
Hähnchenfleisch

Hähnchenfleisch

Campylobacter und Salmonellen sind die häufigsten Erreger bakterieller Magen-Darm-Erkrankungen des Menschen. „Für lebensmittelbedingte Campylobacterinfektionen ist Hähnchenfleisch die bedeutendste Quelle", Professor Andreas Hensel, Leiter des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). „Und auch Infektionen mit Salmonellen sind häufig auf Hähnchenfleisch zurückzuführen." Wie hoch die Verseuchung des Fleischs tatsächlich ist, hat nun eine EU-weite Studie festgestellt. Sie wurde 2008 in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) durchgeführt, in Deutschland übernahm das BfS die Koordination.

62 Prozent des Hähnchenfleischs verseucht


Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse sind nicht gerade vertrauenserweckend: In Deutschland wurden auf 62 Prozent der 432 untersuchten Schlachthähnchen Campylobacter und auf 17,6 Prozent Salmonellen nachgewiesen. Die Salmonellen gehörten zu 14 unterschiedlichen Stämmen. Bei 48,6 Prozent der Schlachtgruppen konnte Campylobacter im Darminhalt der Tiere nachgewiesen werden. In den kalten Wintermonaten war dabei die Belastung mit Campylobacter deutlich geringer als im Sommer. Auch die Menge der Campylobacter auf belasteten Schlachtkörpern variierte erheblich zwischen nur wenigen Keimen und über 100.000 Keimen pro Gramm Hähnchenfleisch.

Salmonellen

Salmonellen

Wurden im Darminhalt von Tieren aus einer Schlachtcharge Campylobacter nachgewiesen, war die Wahrscheinlichkeit, dass auch die Schlachtkörper dieser Charge mit Campylobacter belastet waren, mit 93 Prozent positiven Befunden besonders hoch. Bei Fleischstücken aus Schlachtgruppen ohne Campylobacter-Nachweis im Darminhalt lag die Nachweisrate bei 33 Prozent. Bei den nachgewiesenen Campylobacter handelte es sich zu etwa 80 Prozent um Campylobacter jejuni, während Campylobacter coli einen Anteil von etwa 20 Prozent hatte. Dies entspricht der Verteilung, die auch bei Infektionen des Menschen beobachtet wird.


Vorsicht beim Umgang mit rohem Geflügelfleisch


Die für Deutschland ermittelten Werte lagen zwar unter dem EU-Durchschnitt, besorgniserregend sind sie trotzdem. Die Behörde empfiehlt, bei der Zubereitung von Hähnchenfleisch deshalb auf eine besonders sorgfältige Küchenhygiene zu achten: Geflügelfleisch sollte nur durcherhitzt verzehrt werden. So inaktiviert man nicht nur Campylobacter und Salmonellen sondern auch andere mögliche Krankheitserreger. Das Fleisch sollte außerdem getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahrt und zubereitet werden, damit Krankheitserreger nicht auf diese verschleppt werden können.
(Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 19.03.2010 - NPO)
 
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