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Donnerstag, 17.08.2017
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Tanzen liegt Menschen im Blut

Reaktion auf den Rhythmus der Musik ist angeboren

Sich im Rhythmus zu Musik zu bewegen, müssen wir Menschen nicht erst lernen, der Drang zu tanzen ist vermutlich angeboren. Das berichten jetzt Forscher in der Frühausgabe der „Proceedings of the National Academy of Sciences” (PNAS). Im Experiment reagierten schon Säuglinge stärker auf Rhythmus als auf Melodie oder Sprache und passten ihre Bewegungen dem „Beat“ von Stücken an.
Kleinkind

Kleinkind

Ist uns Menschen das Tanzen, der Drang, sich zur Musik zu bewegen, angeboren? Zumindest einige Eltern würden dies aus ihrer Erfahrung heraus sicher bejahen. Und auf was reagieren Säuglinge, wenn sie auf Musik reagieren? Auf die Melodie? Auf den Rhythmus? Um dies herauszufinden, führten Wissenschaftler der Universität von York gemeinsam mit Kollegen vom finnischen Zentrum für interdisziplinäre Musikforschung der Universität Jyvaskyla eine Studie an Kleinkindern im Alter von fünf Monaten bis zwei Jahren durch.

Reaktion auf Musik, Perkussion und Sprache getestet


Im Experiment bekamen Kleinkinder verschiedene Klänge zu hören, von klassischen Musikstücken über rhythmische Perkussion bis hin zu Sprache. Während dieser Zeit filmten die Forscher die Bewegungen der Kinder per Video und mithilfe der 3D-Motion Capture Technologie. Anhand dieser Aufnahmen und Daten analysierten die Wissenschaftler die Reaktionen der Kinder auf die verschiedenen akustischen Reize und bewerteten mit Hilfe professioneller Balletttänzer, wie stark die Kleinkinder ihre Bewegungen dem Rhythmus der Musik- oder Rhythmusstücke anpassten.

Bewegung im Rhythmus der Musik


Es zeigte sich, dass die Kleinkinder Musik und Rhythmusstücke deutlich interessanter fanden als die gesprochene Sprache. Zudem reagierten bereits die Säuglinge auf Rhythmus und Tempo der Musik. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es eher der Rhythmus ist, als andere Eigenschaften der Musik, wie beispielsweise die Melodie, der die Reaktion bei Kleinkindern hervorruft“, erklärt Psychologe Marcel Zentner von der Universität York. „Wir stellten zudem fest, dass die Kinder umso mehr lächelten, je besser sie ihre Bewegungen mit der Musik synchronisieren konnten.“


Vorliebe angeboren


Nach Ansicht der Forscher könnte dies auf eine angeborene Vorliebe zurückgehen. Möglicherweise liegt demnach das Tanzen, die rhythmische Bewegungen zur Musik, uns Menschen tatsächlich „im Blut“. „Es bleibt herauszufinden, warum wir Menschen diese spezielle Vorliebe entwickelt haben“, so Zentner. „Eine Möglichkeit wäre, dass es ein Angriffspunkt für die natürliche Selektion für Musik war, oder aber, dass es sich ursprünglich in Verbindung mit einer ganz anderen Funktion entwickelt hat, die heute zufällig für die Verarbeitung von Musik relevant ist.“ Was es nun tatsächlich gewesen sein könnte, das müssen zukünftige Forschungen zeigen.
(University of York, 16.03.2010 - NPO)
 
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